Lukas Ott

Lobeshymne auf abtretenden Stadtpräsidenten: «Eine nicht vorstellbare Dynamik nach Liestal gebracht»

Das Stadtparlament lässt den scheidenden Stadtpräsidenten Lukas Ott hochleben – über alle Parteigrenzen hinweg.

Andreas Hirsbrunner
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Stadtentwickler: Lukas Ott und Liestals Bahnhofsareal. Archiv/Nicole Nars-Zimmer

Stadtentwickler: Lukas Ott und Liestals Bahnhofsareal. Archiv/Nicole Nars-Zimmer

Nicole Nars-Zimmer niz

Die erste halbe Stunde der Einwohnerratssitzung vom Mittwochabend gehörte jenem Mann, der Liestal in den letzten Jahren am stärksten geprägt hat – dem scheidenden Stadtpräsidenten Lukas Ott. Der Einwohnerratspräsident, Otts Partei, die Grünen, und der Stadtrat verabschiedeten ihn mit viel Lob und Wertschätzung. So sagte etwa Ratspräsident Stefan Fraefel (CVP): «Lukas Ott hat eine nicht vorstellbare Dynamik nach Liestal gebracht und das städtebaulich, organisatorisch und finanziell. Er war eigentlich schon in Liestal Stadtentwickler.»

Damit spielte Fraefel auf Otts neue Aufgabe ab Dezember in Basel an. Vize-Stadtpräsident Franz Kaufmann (SP) erinnerte an Otts drei Jahrzehnte langes Wirken im Landratssaal als Landrat, Einwohnerrat, Stadtrat und Stadtpräsident; das Liestaler Ortsparlament tagt jeweils auch im Landratssaal. Der Geehrte selbst schwankte zwischen Vorfreude auf seine neue Aufgabe in Basel und Wehmut über seinen Abschied aus Liestal, einer Stadt, die stark an Selbstbewusstsein gewonnen habe. Mit Blick auf die wohl wichtigste Abstimmung während seiner Ära über den neuen Bahnhof von kommendem Sonntag fügte Ott an: «Schenken wir denen, die Angst verbreiten, keine Furcht.» Zu einem berührenden Moment kam es nach dem verbalen Abschiedsreigen: Zuerst standen die Grünen auf und spendeten Ott Applaus, es folgten die Sozialdemokraten und dann auch die Bürgerlichen. Am Schluss stand der ganze Saal, ausser Ott, und klatschte und klatschte und klatschte.

Mehr Geld fürs Gitterli-Bad

Aber auch beim geschäftlichen Teil herrschte Harmonie im Rat. So sagte er einstimmig Ja zu einem jährlichen Betriebskostenbeitrag von 900 000 Franken bis 2022 an die Sport- und Volksbad Gitterli AG; diese betreibt das Liestaler Hallen- und Freibad. Erleichtert hat ihm den Entscheid, dass auch die umliegenden Gemeinden ihren jährlichen Beitrag um die Hälfte auf 200 000 Franken erhöhen, und die Liestaler Bürgergemeinde einen einmaligen Obolus von 1,37 Millionen Franken leistet. Diese erhielt dafür viel Lob. So sagte der federführende Stadtrat Daniel Muri: «Wir haben bei der Bürgergemeinde offene Türen vorgefunden. Das ist ein toller Beitrag.» Doch es gab von rot-grüner Seite auch kritische Töne zur Rolle der Bürgergemeinde. Marianne Quensel (SP) merkte an: «Das ist eine tolle Spende mit einem Wermutstropfen. Es fällt auf, dass die Bürgergemeinde als grosse Spenderin gefeiert wird, während die Stadt zahlen muss.» Man müsse die Rollenverteilung von Einwohner- und Bürgergemeinde genauer anschauen.

Einstimmig überwies der Rat auch den vom Stadtrat beantragten Planungskredit von 300 000 Franken für eine Fussgängerbrücke vom Bahnhof ins Stedtli, das sogenannte Elefantenbrüggli, an die Bau- und Planungskommission. Allerdings stellte Sonja Niederhauser (EVP) infrage, ob sich diese Verbindung vom Kosten-Nutzen-Verhältnis her lohne: «Die Wege in Liestal sind nicht weit. Wir sparen mit der Brücke 30 Meter oder 45 Schritte. Wir müssen das Geld sinnvoll investieren.» Der Stadtrat veranschlagt das Elefantenbrüggli auf etwas über drei Millionen Franken.