Corona-Virus

Monica Gschwind: «Ich habe im Home Office noch viel mehr gearbeitet als sonst»

Südtirol. Dieses Stichwort genügte, um die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind eine Woche lang zu Home Office in Hölstein zu verknurren. Am Montag darf sie (endlich) wieder ins Büro. Der bz schildert sie überraschende Erkenntnisse.

Michael Nittnaus
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Monica Gschwind darf ab Montag endlich wieder in ihr Büro.

Monica Gschwind darf ab Montag endlich wieder in ihr Büro.

Juri Junkov

Frau Gschwind, was ging in Ihnen vor, als Ihnen nach den Ferien der Gang ins Büro und zu Ihren Regierungskollegen verwehrt wurde?

Monica Gschwind: Zuerst war ich schon überrascht, denn das Südtirol war bei meiner Abreise noch nicht als Risikogebiet definiert. Doch es war keine Frage, dass ich mich an die Regeln des Krisenstabs halte, auch um als Vorbild zu dienen.

Wurden Sie eigentlich auch auf das Corona-Virus getestet?
Nein ich hatte keine Symptome, weswegen ich darauf verzichtete. Da habe ich mich wie jeder andere Bürger verhalten. Schliesslich ist es wichtig, die Ressourcen zu schonen.

Wie haben Sie ihr Home Office erlebt? Hatte es Nachteile oder gab es bestimmte Herausforderungen?
Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Aber etwas spürte ich sehr: Ich habe in den vergangenen Tagen noch viel mehr gearbeitet als sonst schon. Dies, weil ich kaum noch aus dem Haus ging und auch abends durch die fehlenden Veranstaltungsbesuche länger am Schreibtisch verblieb. Wenn man das länger macht, muss man auch für sich mehr persönliche Zeit einplanen, sonst verbraucht man zuviel Energie. Das habe ich in dieser Woche erkannt.

Es gibt doch aber auch das Vorurteil, dass man sich im Home Office eher ablenken lässt und weniger produktiv ist.
Das kann sein, aber auf meinen Fall trifft das sicher nicht zu. Ich habe mich ziemlich abgeschottet. Als Vorsichtsmassnahme nutzte ich weder den öV noch ging ich Einkaufen. Und zu Hause hatte ich in meinem Arbeitszimmer keinerlei Störungen. Generell vertraue ich darauf, dass Mitarbeiter, die im Home Office arbeiten, erreichbar sind und normal arbeiten.

Wie haben Sie die Trennung von Ihren vier Regierungskollegen gemanaged?
Bei der wöchentlichen Regierungssitzung vergangenen Dienstag wurde ich telefonisch zugeschaltet und auch ansonsten stand ich in regem Telefon- und Mailkontakt. Das hat sehr gut geklappt.

Mussten Sie gewisse Aufgaben delegieren?
Nein, im Gegenteil. Ich konnte sogar noch fokussierter arbeiten als sonst. Und wichtige Dokumente kann man ja mit einer elektronischen Unterschrift zeichnen. In der heutigen Zeit der Digitalisierung ist so etwas zum Glück kein Problem mehr.

Sind Sie erleichtert, wenn Sie am Montag wieder normal arbeiten gehen dürfen?
Ich freue mich natürlich darauf. Denn einen Nachteil hatte die Arbeit zu Hause schon: das Fehlen der sozialen Kontakte. Diese sind sehr wichtig, auch wenn mein Team in der Zeit gut funktioniert hat.