Oberdorf
Nachbarn vertreiben Oberdorfs Fussballer

Schluss mit Abendspielen auf dem Hauptplatz des FC Oberdorf: Wegen Lärmklagen müssen die Oberbaselbieter Kicker ab 20 Uhr ihre Heimspiele auf dem Naturrasenfeld bestreiten, das weiter westlich des Dorfes liegt und die Wohnzone weniger stark tangiert.

Simon Tschopp
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Zu nah – Anwohner fühlen sich vom Fussballbetrieb auf dem Sportplatz z’Hof gestört.

Zu nah – Anwohner fühlen sich vom Fussballbetrieb auf dem Sportplatz z’Hof gestört.

Roland Schmid

Die Mannschaften des Fussballclubs Oberdorf müssen umdisponieren. Sie können ihre Heimspiele ab 20 Uhr nicht mehr auf dem Hauptfeld mit Kunstrasen austragen. Grund sind Lärmklagen von Anwohnern. Trainings sind von dieser Einschränkung jedoch nicht betroffen. Doch für Abendpartien müssen die Hobbykicker auf den Naturrasenplatz ausweichen. Dieser liegt weiter westlich des Dorfes und tangiert die Wohnzone weniger.

Der Präsident mauert

Hansjörg Regenass, der Präsident des FC Oberdorf, bestätigt, «dass es gewisse Änderungen gegeben hat. Es existiert eine Abmachung zwischen Anwohnerschaft und Verein». Dazu möchte er aber keine Auskunft geben. Der Vorstand habe Stillschweigen vereinbart. «Ich möchte darüber nichts in der Zeitung lesen», lässt Regenass die bz wissen. Weshalb? Keine Antwort. Da zeigt sich der frühere FCO-Präsident und jetzige Platzwart, Hannes Schweizer, schon gesprächiger. Er erzählt, dass von einem Anwohner des Hauptspielfeldes eine Lärmklage eingereicht worden sei, sich aber auch mehrere andere Anwohner beschwert hätten. «Darauf musste der Kanton reagieren und führte während eines Matches eine Messung durch.» Mit dem Resultat, dass die Lärmobergrenze ab 20 Uhr überschritten worden sei, sagt Schweizer. Denn ab diesem Zeitpunkt gilt eine tiefere Dezibelzahl.

Der Kanton habe vorgeschlagen, eine einvernehmliche Lösung zu finden, damit er keine Verfügung erlassen müsse, erklärt Hannes Schweizer weiter und lobt den FC Oberdorf: «Der Vorstand hat gut gehandelt. Der FC setzt alles daran und bemüht sich darum, den Lärm zu reduzieren. Er hat alles Mögliche getan.» Dass Spiele ab 20 Uhr nun auf dem Naturrasenplatz stattfinden müssen, erachtet Schweizer vor allem bei schlechten Terrainverhältnissen als Nachteil. Allenfalls müssten deshalb Begegnungen verschoben werden, was teilweise auf Unverständnis stosse.

Laut Oberdorfs Gemeinderat Piero Grumelli hat die Exekutive eine Vermittlungsfunktion zwischen den Involvierten wahrgenommen. Er sei an einer Sitzung dabei gewesen, erklärt Grumelli. Die Abmachungen seien jedoch zwischen Anwohnerschaft und FC Oberdorf vereinbart worden. «Damit hat die Gemeinde nichts zu tun», stellt der für Bildung und Sicherheit zuständige Gemeinderat klar.

«Empfindlicher auf Lärm»

Der FC Oberdorf zählt insgesamt 13 Mannschaften: je ein Team in der 3., 4. und 5. Liga, eine Seniorenmannschaft 40 + sowie neun Juniorenteams. Ex-Präsident Hannes Schweizer erinnert sich an Zeiten, als der FCO früher sogar 19 Mannschaften gehabt hat.

Schweizer ist auch SP-Landrat und dort Präsident der Bau- und Planungskommission. Diese habe aufgrund einer Anregung der parlamentarischen Gruppe Sport das Thema Lärm rund um Sportplätze aufgenommen. «Die Bevölkerung reagiert heute empfindlicher auf Lärm», konstatiert Hannes Schweizer.

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