Feldreben-Areal

Noch wohnt hier niemand - trotzdem brennt die ganze Nacht das Licht

Die Gebäude auf dem Feldreben-Areal sind seit November die ganze Nacht hindurch erleuchtet. Zudem patroulliert ein Securitas-Wachmann auf dem Gelände. Diese Massnahmen sollen vor erneutem Vandalismus schützen.

Michael Nittnaus
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Meistens brennen die Lichter in den alten Lagerhallen den ganzen Tag, doch eigentlich sollten sie dies nur nachts tun: um Vandalen abzuschrecken.

Meistens brennen die Lichter in den alten Lagerhallen den ganzen Tag, doch eigentlich sollten sie dies nur nachts tun: um Vandalen abzuschrecken.

Nicole Nars-Zimmer niz

Wer nachts in Muttenz unterwegs ist, könnte meinen, das geplante Registrierungszentrum für Flüchtlinge auf dem Feldreben-Areal sei schon in Betrieb. Hell erleuchtet präsentieren sich die alten Lagerhallen neben der neuen Rennbahnklinik – und das die gesamte Nacht. Sogar tagsüber brennt oft stundenlang das Licht. Dabei sollten laut aktueller Planung die ersten der über 500 Flüchtlinge nicht vor April in die Hallen einziehen. Sie stehen denn auch weiterhin leer. Gegenüber der bz benennt der Baselbieter Asylkoordinator Rolf Rossi nun den Grund für die Beleuchtung: Angst vor Vandalismus.

«Wir lassen tatsächlich schon seit November die ganze Nacht das Licht brennen. Damit wollen wir den Eindruck erwecken, dass immer jemand vor Ort ist, um ‹Nachtbuben› abzuschrecken», so Rossi. Damit meint Rossi vor allem Gruppen, die sich nachts unrechtmässig Zutritt zum Feldreben-Gelände verschaffen könnten, um die Gebäude zu verwüsten. Die Sorge des Asylkoordinators kommt nicht von ungefähr: In der langen Phase, bevor das Projekt des Flüchtlingszentrums in Angriff genommen wurde, hinterliessen Eindringlinge in den leeren Hallen ein Schlachtfeld.

Auch sonst wurde das weitläufige Areal zwischen Hofacker- und Kriegackerstrasse rege illegal genutzt. In den dunklen Ecken wurde gedealt oder auf dem Platz die Reifen des eigenen Sportwagens zum Glühen gebracht, wie Rossi berichtet. «Das Ausmass des Vandalismus schockierte mich schon.» In mühsamer Kleinarbeit hätte man zuerst alles aufräumen müssen und etwa auch die zerstörten Fensterscheiben ersetzen müssen, damit es nicht mehr hineinregnete.

Ein Wachmann patrouilliert

Ähnliches soll also das nächtliche Licht verhindern – zusammen mit einem patrouillierenden Securitas-Wachmann, wie Rossi ergänzt. «Im Licht können sich die Vandalen, sollten sie es doch hineingeschafft haben, auch schlechter verstecken. Unser Wachmann hätte allein in der Dunkelheit Probleme, sie zu entdecken.» Zudem müsse das Licht im gesamten Gebäudekomplex brennen, weil die elektrischen Anlagen erst provisorisch installiert seien und noch nicht jeder Raum über einen Lichtschalter verfüge.

Tatsächlich hätte es auch bereits wieder Fälle gegeben, wo sich ‹Nachtbuben› Zutritt verschafft hätten. «Verwüstet wurde bis jetzt aber zum Glück nichts mehr», sagt Rossi. Die Eindringlinge, die meist im Schutze der Nacht gewisse Geschäfte hätten abwickeln wollen, seien jeweils des Geländes verwiesen worden. Seit das Licht brenne, hätten die Versuche tatsächlich abgenommen, weswegen Rossi die Massnahme unterstützt. «In der Vergangenheit konnte man fast meinen, das Feldreben-Areal sei ein rechtsfreier Raum», sagt auch der Muttenzer Gemeindepräsident Peter Vogt. Er wurde von Mitbürgern auf die ununterbrochene Beleuchtung aufmerksam gemacht und musste sich selbst erst bei Rossi schlau machen. Nun zeigt er dafür Verständnis.

Die Muttenzer Bevölkerung wird noch mindestens bis April, wenn das Flüchtlingszentrum voraussichtlich den Betrieb aufnimmt, mit der Dauerbeleuchtung leben müssen. Ausser der Widerstand gegen das Baugesuch, das im März eingereicht werden dürfte, verzögert alles. Doch warum brennt teils auch tagsüber das Licht durchgehend? «Das sollte eigentlich nicht sein», zeigt sich Rossi überrascht. Seine einzige Erklärung: «Die Handwerker lassen wohl leider das Licht an, wenn sie die Hallen verlassen und wir können das nicht immer kontrollieren.»