Sicherheit

Polizeiausbilder sollen länger unterrichten

Die Politik ist zufrieden mit der neuen Bildungsstrategie der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch. In Zukunft sollen die Ausbilder ihren Unterricht en bloc durchführen. Die langen Abwesenheiten sind problematisch.

Boris Burkhardt
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Der Job der Polizeiausbildenden soll professioneller werden. ZVG

Der Job der Polizeiausbildenden soll professioneller werden. ZVG

Die Baselbieter Vertreterin in der Geschäftsprüfungskommission der Interkantonalen Polizeischule im luzernischen Hitzkirch (IPH), SVP-Landrätin Rosmarie Brunner (Muttenz), zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung der Bildungseinrichtung. Schon vor Jahren habe die Kommission erkannt, dass die Organisation der Ausbildung nicht effizient sei: Nur ein Drittel der Ausbildenden, vorwiegend in den Bereichen Sport und Psychologie, hat demnach eine Festanstellung.

Die Restlichen sind aktive Polizeibeamte aus allen elf Trägerkantonen, die bisher jeweils nur für ihre Unterrichtsstunden nach Hitzkirch kommen. In Zukunft sollen die Polizeiausbilder ihren Unterricht en bloc durchführen, also für einige Wochen bis zu mehreren Monaten vor Ort sein. «Wir haben gesehen, dass dieser Weg effizienter ist», sagt Brunner. Die Landrätin freut sich auch über die zunehmende Zusammenarbeit der IPH mit den anderen schweizerischen Polizeischulen und auch mit Deutschland und Österreich. Teil dieser Umstrukturierung «IPH 2012» sei es, die Standards der Polizeiausbildung anzugleichen.

«Learning by Doing»

«Es ist für uns immer noch ‹Learning by Doing›», sagt Brunner im Hinblick auf die Entwicklung der jungen IPH. Direktor Christoph Tanner bestätigt, dass sich die kantonalen Polizeikorps und die Politiker erst einig werden mussten über die Ausrichtung der Schule: Die Polizisten hätten sich demnach gerne zunächst auf die Grundausbildung konzentriert, während der Konkordatsvertrag der Kantone festlegt, dass die Interkantonale Polizeischule auch die Weiterbildung und die Grundausbildung von Sicherheitsassistenzen anbieten müsse.

Nicht ganz so begeistert wie Brunner ist Anton Lauber, Präsident des Personalverbands Polizei Basel-Landschaft. Er verstehe grundsätzlich das Effizienzproblem der IPH. Aber längere Abwesenheiten im Baselbieter Polizeikorps «erschweren die Erfüllung des Grundauftrags automatisch». Im Juni wolle sich der Personalverband mit der neuen Situation beschäftigen.

Baselbieter Polizei «gewillt»

Die Kantonspolizei selbst sei «grundsätzlich gewillt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, qualifizierte Instruktoren nach Hitzkirch zu entsenden», wie Sprecher Nico Busch-
auer mitteilt. Wenn es unter den Baselbieter Polizisten Interessenten an einer Ausbilderstelle gebe, werde die Polizei die Belastung und die betriebliche Verträglichkeit zwischen der IPH und dem Korps genau überprüfen und absprechen.

Die Interkantonale Polizeischule Hitzkirch wird gemeinsam von den Kantonen Baselland, Basel-Stadt, Solothurn, Aargau, Bern, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Uri, Zug und Schwyz getragen. Seit 2007 werden an der Schule Polizisten ausgebildet. Momentan werden in zwei Lehrgängen jährlich 300 Absolventen von rund 440 Ausbildern betreut. Die IPH finanziert ihren jährlichen Umsatz von 17,2 Millionen Franken unter anderem durch die Vermietung ihrer Seminarräume für Firmen- und Privatanlässe.