Tour de Suisse
Die Region Basel steht beim Radspektakel in der ersten Reihe

Nach drei Jahren sind die Fahrer der Tour de Suisse zurück im Raum Basel. Nicht nur der Etappenort Aesch kommt voll auf die Kosten.

Dimitri Hofer
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An der Medienkonferenz sprachen diverse Beteiligte: Claudio Imhof, Olivier Senn, Eveline Sprecher, Dominik Häring, Conrad Ammann und Roman Cueni (von links).

An der Medienkonferenz sprachen diverse Beteiligte: Claudio Imhof, Olivier Senn, Eveline Sprecher, Dominik Häring, Conrad Ammann und Roman Cueni (von links).

Kenneth Nars

Meistens ist es viel zu schnell vorbei: Die Zuschauerinnen und Zuschauer warten am Strassenrand sehnsüchtig auf die Ankunft der Radrennfahrer. Nach wenigen actionreichen Minuten hat sich der Tross der Tour de Suisse wieder verzogen.

In diesem Jahr ist es in der Region ein bisschen anders als sonst. Nicht nur ist die viertgrösste Landesrundfahrt der Welt nach drei Jahren Unterbruch zurück im Raum Basel. Auf zwei Etappen der Tour de Suisse werden das Baselbiet und das Schwarzbubenland intensiv berücksichtigt. Die Strecke von Aesch über Grellingen durch einige Solothurner Gemeinden nach Laufen wird sogar zweimal befahren. Im Etappenort Aesch, wo eine Etappe endet und die nächste beginnt, steigt an zwei Tagen Mitte Juni ein grosses Volksfest.

Die zweite Etappe der Tour de Suisse 2022.

Die zweite Etappe der Tour de Suisse 2022.

jn

Eine lange Zusatzschlaufe für die Bevölkerung

Die zweite Etappe der diesjährigen Tour de Suisse führt die Fahrer am 13. Juni von Küsnacht nach Aesch. Nachdem sie durch das Fricktal gefahren sind, gelangen sie in Anwil ins Baselbiet. Anschliessend erreichen sie über Gelterkinden, Liestal, Gempen, Reinach und Therwil erstmals den Zielort Aesch. Statt sich dort bereits auszuruhen, müssen sie im Anschluss eine längere Zusatzschlaufe in Angriff nehmen. Diese verläuft von Aesch über Seewen, Nunningen, Breitenbach nach Laufen und zum Schluss über den Challpass zurück nach Aesch.

Ein Teil dieser Route markiert am 14. Juni den Start der dritten Etappe. Statt in Laufen erneut in Richtung Chall abzubiegen, führt es die Fahrer über Liesberg in den Kanton Jura. Von dort geht es weiter nach Grenchen. Olivier Senn, Generaldirektor der Tour de Suisse, sagte am Mittwoch in Aesch:

«Einige Gemeinden kommen in diesem Jahr aufgrund der Zusatzschlaufe voll auf ihre Kosten. Das ist zwar nicht immer möglich, aber für die Zuschauenden jeweils attraktiv.»
Die dritte Etappe der diesjährigen Tour de Suisse.

Die dritte Etappe der diesjährigen Tour de Suisse.

jn

Die Organisatoren des Grossevents stellten den Medien vor, was den Etappenort Aesch in knapp vier Wochen erwartet. Das Gebiet Neumatt zwischen der Ettingerstrasse und der Reinacherstrasse wird für zwei Tage eine riesige Festmeile.

Rund 300'000 Franken, die durch verschiedene Sponsoren zusammengetrommelt werden könnten, lässt sich die Gemeinde Aesch die beiden Tage kosten. «Der Radsport soll mit verschiedenen Attraktionen eine wichtige Rolle einnehmen», betonte OK-Präsident Dominik Häring. Dazu gehören ein Pumptrack und ein Velogeschicklichkeitsparcours. Zwölf Essensstände bieten von der Pizza aus dem Holzofen über Raclette bis zum Schweinshalsbraten mit Kartoffelstock ein vielfältiges Angebot. Für die Kinder stehen mehrere Spielplätze und ein Kinderland mit Trampolin zur Verfügung. Im grossen Festzelt treten einige lokale Bands auf.

Die längsten Protokolle stammten aus Aesch

Einen Stand auf dem Festgelände wird auch Primeo Energie haben. Der Energieversorger mit Sitz in Münchenstein ist in diesem Jahr erstmals Hauptsponsor der Tour de Suisse. Denkbar, dass die stärkere Berücksichtigung der Region Basel auch mit dem Engagement des Unternehmens zusammenhängt.

CEO Conrad Ammann erklärte, dass Primeo Energie im Rahmen des 125-Jahr-Jubiläums einen Etappenort aussuchen durfte. Man habe sich für Aesch entschieden, da man mit der Gemeinde durch verschiedene Projekte verbunden sei. Ammann verhehlte auch nicht, mit dem Sponsoring des Radsports schweizweit bekannter werden zu wollen.

Noch toben Schülerinnen und Schüler durch das Gebiet Neumatt, wo eine Sekundarschule angesiedelt ist. In wenigen Wochen sieht es dort aber völlig anders aus. Die Vorbereitungen für die Tour de Suisse sind weit fortgeschritten und die Begeisterung gross: «Wir freuen uns sehr. Es soll ein Fest für die gesamte Region sein», sagte die Aescher Gemeindepräsidentin Eveline Sprecher. Ein solcher Anlass sei auch eine tolle Möglichkeit, die Gemeinde zu präsentieren.

Es scheint auf jeden Fall, als werde dabei in Aesch nichts dem Zufall überlassen. Mit einem Schmunzeln sagte Tour-de-Suisse-Chef Olivier Senn:

«Die Protokolle, die ich aus Aesch erhalte, sind die längsten.»

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