Buslinie 108
Schüler nach Fahrplan-Wechsel in Not? – Optimale Lösung soll ausgearbeitet werden

Sollte das Läufelfingerli im Rahmen der Volksabstimmung vom kommenden Sonntag stillgelegt werden, dann droht auf der Buslinie 108 (Sissach-Wittinsburg) ab 2020 ein neuer Fahrplan mit schlechteren Verbindungen für Schüler. Der Fahrplan sei jedoch nicht definitiv, die Kritik daher verfrüht, sagt der Kanton.

Hans-Martin Jermann
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Bei einem Wegfall der S9 würde das Busangebot im Homburgertal (im Bild die BLT-Linie 108 in Wittinsburg) ausgebaut. Der Fahrplan der künftigen Buslinie 108 ist aber nicht auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmt.

Bei einem Wegfall der S9 würde das Busangebot im Homburgertal (im Bild die BLT-Linie 108 in Wittinsburg) ausgebaut. Der Fahrplan der künftigen Buslinie 108 ist aber nicht auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmt.

Hans-Martin Jermann

«Bus-Ersatz bringt Schüler in Not» titelte die bz in ihrer Ausgabe von gestern Montag. Sollte die S-Bahnlinie 9, das Läufelfingerli, im Rahmen der Volksabstimmung vom kommenden Sonntag stillgelegt werden, dann droht auf der Buslinie 108 (Sissach-Wittinsburg) ab 2020 ein neuer Fahrplan mit schlechteren Verbindungen für Schüler. Demnach würden die Erst- und Zweitklässler aus Känerkinden, die den Unterricht in der Kreisschule Homburg besuchen, morgens bereits um 7.20 Uhr in Wittinsburg ankommen. Dies geht aus dem Entwurf für den Busfahrplan hervor, welcher der bz vorliegt. Der Unterricht beginnt aber erst um 8 Uhr.

Konsequenz: Entweder warten die Kinder 40 Minuten auf den Schulbeginn oder die Schule schraubt am Stundenplan, was nach Einführung von Blockzeiten an der Schule nicht unproblematisch sein dürfte. Auch in Rümlingen und im solothurnischen Wisen wäre eine Anpassung der Schulzeiten nötig.

Bei der zuständigen Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) bestätigt man den Inhalt des Fahrplanentwurfs. Allerdings sei es verfrüht, bereits heute eine politische Debatte über den Fahrplan zu führen, der, wenn überhaupt, erst in zwei Jahren komme. «Wir setzen alles daran, eine optimale Lösung für die Schüler der Kreisschule in Wittinsburg und die anderen Schulen im Homburgertal zu finden», sagt Dominic Wyler, Verkehrsplaner in der BUD.

Zunächst muss das neue Busangebot öffentlich ausgeschrieben werden. Damit sich die Offerten vergleichen lassen, wird ein provisorischer Fahrplan als Berechnungsgrundlage vorgegeben. «Selbstredend kann es im Rahmen der Fahrplanvernehmlassung noch Änderungen geben», stellt Wyler klar. Diese ist für Sommer 2019 vorgesehen.

Fahrplan für sieben Schulen

Der öV-Planer räumt ein, dass es fast unmöglich sei, einen Fahrplan auf die Beine zu stellen, der alle vollumfänglich zufriedenstellt. Zwischen Sissach und Olten existieren sieben Schulstandorte mit rund 350 Schülerinnen und Schülern, die nicht in ihrer Wohngemeinde den Unterricht besuchen und daher oft per öV unterwegs sind. Die Bedürfnisse sind komplex und stellen die Planer vor Herausforderungen. «Es ist ja nicht so, dass wir absichtlich ungünstige Verbindungen konstruieren.» Der Kanton sei sehr daran interessiert, mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen möglichst viele Fahrgäste möglichst komfortabel zu transportieren. Die Leiterin der Kreisschule Homburg war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.