Schweizer Jugendfilmtage
Die Sissacherin Nora Luz muss mit ihrem Kurzfilm ohne Publikum auskommen

Schon zum zweiten Mal hat die Oberbaselbieterin eine Nomination für dieses Filmfestival geschafft. In «Da Sein» gehts um zwei Freundinnen, die untereinander ein enges Verhältnis pflegen.

Simon Tschopp
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Szene aus dem Kurzfilm «Da Sein».

Szene aus dem Kurzfilm «Da Sein».

Bild: zvg

Der neuste Kurzfilm «Da Sein» der 18-jährigen Nora Luz ist für die diesjährigen Schweizer Jugendfilmtage nominiert worden. Damit kann die Sissacherin nach 2019 bereits zum zweiten Mal am grössten nationalen Festival für junge Filmemacherinnen und Filmemacher teilnehmen. Damals holte sie mit «Über die Linie» gar den Sieg in ihrer Kategorie.

In «Da Sein» handelt es sich um die Freundinnen Clara und Julie, die untereinander ein enges Verhältnis pflegen. Clara hat Probleme mit ihren Eltern, trifft sich regelmässig auch mit einer Gruppe anderer Kolleginnen und lässt Julie im Stich. «Aber die Freundschaft zwischen Clara und Julie ist echter», erzählt Nora Luz, «am Schluss ist Julie für Clara da und nicht die anderen.»

Trotz ihres grossen Erfolgs vor zwei Jahren hegt die Oberbaselbieterin auch heuer keine grossen Erwartungen, aber die Ansprüche in ihrem Schaffen sind gestiegen. Sie konkurriert an den Schweizer Jugendfilmtagen vom 18. bis 21. März nun in der Kategorie U19 und sagt:

«Ich habe die letzten zwei Siegerfilme gesehen, die sind schon sehr gut.»

Aber sie freue sich, wieder dabei zu sein. Wie viele Filme nominiert sind, ist noch offen. Am Detailprogramm wird gearbeitet.

Online ein komplett anderes Gefühl

Wie schon im vergangenen Jahr findet der Filmwettbewerb wegen Corona erneut online statt. Publikum, dessen Reaktionen, die Spannung – alles wird fehlen. «Das ist sehr schade.» Online sei ein komplett anderes Gefühl, meint Nora Luz. Die Kategorienpreise werden durch eine Jury vergeben, über den Publikumspreis stimmen die Zuschauerinnen und Zuschauer ab.

Für die junge Filmemacherin, die das Gymnasium in Liestal mit Schwerpunkt Bildnerisches Gestalten besucht, ist es der erste Streifen, für den sie auch die Geschichte geschrieben hat. «Da Sein» war eine Projektarbeit der Schule, die zu zweit erfolgte. Nora Luz gestaltete den Film zusammen mit Kevin Kaufmann, der die Kamera führte. Sie war für Drehbuch, Regie und Produktion zuständig. Die Dreharbeiten fanden im Oktober statt und waren nur wenig eingeschränkt.

Kolleginnen als Hauptdarstellerinnen

Die beiden Hauptdarstellerinnen stammen aus dem Kreis von Luz’ Kolleginnen; die eine orientiert sich in Richtung Schauspielerei und besucht einen Theaterkurs. Die weiteren Personen auf dem Filmset sind ebenfalls Bekannte der Sissacherin. Der Kurzfilm dauert knapp acht Minuten. Die Arbeiten erstreckten sich übers zweite Halbjahr 2020, produziert wurde ohne Budget.

Für die 18-Jährige ist «Da Sein» bereits der dritte Film, den sie allein gemacht hat. Sie konnte von ihren Erfahrungen profitieren.

«Während der ganzen Vorproduktion achtete ich vermehrt auf Details. Ich wusste, wie alles funktioniert. Auch mit Problemen am Dreh konnte ich viel besser umgehen»,

berichtet Nora Luz.

www.jugendfilmtage.ch