Fäkalbakterien

Trinkwasser verseucht: Weshalb drei Oberbaselbieter Ortschaften gleichzeitig dasselbe Problem haben

Jederzeit Trinkwasser in einwandfreier Qualität zu Hause aus dem Hahn – hierzulande eine Selbstverständlichkeit. Doch immer wieder kommt es zu Ereignissen, welche dieses Ideal ins Wanken bringen. So momentan im Oberbaselbiet.

Simon Tschopp
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Die Fäkalkeime stammen möglicherweise aus der Landwirtschaft oder von Wildtieren.

Die Fäkalkeime stammen möglicherweise aus der Landwirtschaft oder von Wildtieren.

Nicole Nars-Zimmer

Jederzeit Trinkwasser in einwandfreier Qualität zu Hause aus dem Hahn – hierzulande eine Selbstverständlichkeit. Doch immer wieder kommt es zu Ereignissen, die dieses Ideal ins Wanken bringen. So momentan im Oberbaselbiet.

Nach einer routinemässigen Sicherheitskontrolle in Maisprach am vergangenen Donnerstag haben Laborresultate ergeben, dass das Trinkwasser mit Fäkalkeimen verseucht ist. Danach wurde umgehend auch die Gemeinde Buus kontaktiert.

Fäkalkeime aus der Landwirtschaft oder von Wild

«Die Ursache des Problems liegt in der Trinkwasseraufbereitung von Buus, unsere Quellen sind gemäss den Messresultaten sauber. Wir beziehen derzeit viel Wasser aus Buus, weil unsere Quellschöpfung nicht ergiebig genug ist», erklärt der Maispracher Gemeinderat Dorian Wernli. Das Dorf ist auf diese Lieferungen angewiesen, denn würde Maisprach die Klappe schliessen, müsste es eine Notwasserleitung nach Magden legen, was in keinem Kosten-Nutzen-Verhältnis stünde.

Solange das Wasser aus Buus nicht zufriedenstellende Werte aufweise, müssten sie ihr Trinkwasser abkochen und die Leitungen vorläufig dosiert chlorieren. Dies als «reine Sicherheitsmassnahme», so Wernli, der betont, dass die Verunreinigung und folglich auch das Gesundheitsrisiko «gering» seien. «In gewissen Lebensmitteln hat es teils höhere Konzentrationen an Bakterien, fürs Trinkwasser herrschen extrem strenge Richtlinien», so Wernli weiter.

Nachdem Buus von seiner Nachbargemeinde orientiert worden war, wurde das Wasser auch hier untersucht. «Bei uns stellte das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ebenfalls Fäkalkeime fest», sagt Buus’ Gemeinderat Christian Kaufmann. Sofort wurden am Sonntagvormittag Massnahmen eingeleitet: Wie in Maisprach wurde die Bevölkerung koordiniert informiert, das Trinkwassernetz erhielt eine sogenannte Schockchlorung. Buus verfügt über mehrere Reservoire in verschiedenen Druckzonen mit einem Ausgleichssystem. Von den desinfizierten Becken gelangt das Chlor ins Wasserleitungsnetz. An Hydranten wird die Konzentration ermittelt, sodass man die Dosierung anpassen kann.

«Wir haben eine sehr komplexe Wasserversorgung», erzählt Kaufmann. Sie belieferten diverse Ortschaften – unter anderem auch Rickenbach, das ebenfalls betroffen ist und Trinkwasser abkochen muss – sowie zahlreiche Bauernhöfe in insgesamt sieben Gemeinden.

Zur Ursache der Trinkwasserverunreinigung meint Christian Kaufmann: «Die Fäkalkeime stammen höchstwahrscheinlich aus der Landwirtschaft oder von Wildtieren.» Die Gemeinde Buus fördert mit ihrem Pumpspeicherwerk Grundwasser in grossen Mengen. Das Einzugsgebiet wird vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. «Zudem hat es bei uns flächige Waldstücke mit Oberflächengewässern, die innert weniger Stunden ins Grundwasser infiltrieren können», berichtet Kaufmann.