BLKB

Unter Direktor John Häfelfinger entsteht eine schlankere Kantonalbank

Jocelyn Daloz
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Das Symbol für die angestrebten Veränderungen des BLKB-Chefs ist das neue Logo mit der Sprechblase. (Archivbild)

Das Symbol für die angestrebten Veränderungen des BLKB-Chefs ist das neue Logo mit der Sprechblase. (Archivbild)

Kenneth Nars

In perfektem PR-Deutsch teilte die Baselbieter Kantonalbank (BLKB) gestern Mittwoch mit, eine «Vereinfachung von Verarbeitungsprozessen» herbeiführen zu wollen. Auch solle die «Beratungsqualität- und Intensität» erhöht und «Raum für weiteres Wachstum» geschaffen werden.

Konkret bedeutet das: Die BLKB bildet eine Einheit. Sie heisst «Sales Mid-Office», wie der Medienmitteilung zu entnehmen ist. Das Ziel der Umstrukturierung ist es, dem beratenden Personal mehr Zeit einzuräumen, um sich der Kundschaft zu widmen. Viele Prozesse sollen automatisiert werden. Laut der Medienmitteilung steht den Kundenberatenden somit «noch mehr Zeit für den Dialog mit unserer Kundschaft» zur Verfügung.

Eine Zentralisierung, aber ohne Stellen- und Standortabbau

Dass verschiedene Einheiten in einer einzigen zusammengebunden werden, soll kein Stellen- und Standortabbau mit sich ziehen, verspricht Monika Dunant, Mediensprecherin der BLKB. «Das ist keine Standortfrage. Im Zentrum steht die Professionalisierung der Service- und Supportdienstleistungen», sagt sie der bz. Zwar werden 30 Berufsbilder redundant, die Angestellten sollen aber andere Positionen innerhalb der neuen Einheit einnehmen. Insgesamt wird «Sales Mid-Office» etwa 100 Mitarbeitende zählen.

Dabei werden viele administrative Schritte rationalisiert: «Bis jetzt werden viele Prozesse, unter anderem unsere Kreditdossiers, manuell geführt.» Dabei erklärt Dunant, dass beispielsweise für eine Hypothekenvergabe immer noch viele Dokumente in Papierform eingereicht werden: Baupläne, Grundbucheinträge, Bilder und so weiter. Viele dieser Schritte könnten jetzt digital erfolgen. Auch der Kundeneröffnungsprozess würde vereinfacht, «zum Beispiel durch das Scannen von Dokumenten (zum Beispiel der ID) und die automatische Übernahme der eingescannten Daten in unsere Systeme.» Dass bald der gesamte Finanzierungsprozess auf einer Online-Plattform stattfinden könnte, sei jedoch noch «Zukunftsmusik». Tatsächlich soll aber durch eine verstärkte Digitalisierung der Kredit- und Hypothekenvergabe viel Aufwand eingespart werden.

Von weniger Kundenkontakt durch die Digitalisierung kann gemäss Dunant nicht die Rede sein: «Im Gegenteil! Die Qualität der Beratungen soll dadurch erhöht werden.»

BLKB geht von wachsendem Geschäftsvolumen aus

Diese Schritte stehen gemäss Medienmitteilung in Kohärenz mit der ehrgeizigen Zukunftspolitik, welche der Direktor der Baselbieter Kantonalbank John Häfelfinger dieser Zeitung noch im vergangenen September verkündete. Die BLKB geht davon aus, dass Umsatz und Geschäftsvolumen wachsen werden. Deshalb sei eine schlankere Struktur notwendig – nicht nur, um Kosten einzusparen, sondern auch, um das zusätzliche Arbeitsvolumen überhaupt verarbeiten zu können.