Sanierung

Wisenbergturm braucht eine Frischzellenkur

Wie die Bürgergemeinde Häfelfingen als Eigentümerin des Ausflugsziels dessen Renovation finanziert.

Simon Tschopp
Drucken
Teilen
Wisenbergturm in Häfelfingen BL
7 Bilder
 Wisenbergturm Häfelfingen Schäden
Wisenbergturm Häfelfingen

Wisenbergturm in Häfelfingen BL

zvg

Am Wisenbergturm nagt der Zahn der Zeit. Der Aussichtspunkt im Oberbaselbiet auf gut 1000 Metern über Meer zählt zu den beliebten Ausflugszielen der Region. Dort bietet sich ein wunderbares 360-Grad-Panorama, bei klarer Sicht sieht man Vogesen, Schwarzwald und Alpen. Einige tausend Leute besuchen den Ort pro Jahr, bei schönem Wetter täglich bis 200. Nun müssen Teile des Turms saniert werden. Und dafür sucht die Eigentümerin Geld.
«Sanierung dringend notwendig»
Der 25 Meter hohe Turm liegt auf Häfelfinger Boden und ist seit rund 16 Jahren im Besitz der Bürgergemeinde Häfelfingen. Der untere Teil bis neun Meter über Boden besteht aus Beton und ist vor gut 90 Jahren gebaut worden. «Eine Sanierung ist dringend notwendig», sagt Rainer Feldmeier, der im Häfelfinger Bürgerrat für die Finanzen zuständig ist. Auf dem Betonbau ist eine Stahlkonstruktion montiert, die 1953 und 1987 erstellt worden ist. Betonabplatzungen sind unübersehbar, teils kommen Armierungseisen zum Vorschein, Treppentritte weisen wegen Frostschäden Risse auf. Zuwarten sei keine Option, sonst werde es nur teurer, betont Feldmeier und ergänzt, dass die obere Tragkonstruktion in Ordnung sei.

27'500 Franken müssen her

Der Wisenbergturm ist nicht nur ein Anziehungspunkt für Wandervögel, sondern vereinzelt auch für Vandalen, die Sprayereien hinterlassen haben. Neben der Betonsanierung erhält deshalb der untere Teil des Turms einen Aussen- und Innenanstrich. Laut Offerte eines lokalen Handwerksbetriebs dürfte die ganze Sanierung rund 27 500 Franken kosten.
Ein Ingenieurbüro aus Liestal erstellte eine Expertise, die mit gegen 60 000 Franken rechnete. Dies deshalb, weil darin für Materialtransporte Helikopterflüge berücksichtigt wurden, der Wisenbergturm ist nur schwer zugänglich.
Bürger der Bürgergemeinde Häfelfingen sind mehrheitlich Landwirte. Diese sind bereit, Fronarbeit zu leisten und mit ihren Traktoren das Material auf den Wisenberg zu transportieren. «Wichtig ist, dass wir ein trockenes Zeitfenster erwischen, damit wir möglichst nahe an den Turm heranfahren können», erklärt Rainer Feldmeier, der auch Vizepräsident des Häfelfinger Gemeinderats ist. Die Sanierungsarbeiten finden voraussichtlich von Anfang Juni bis Ende Juli statt. Während dieser Phase ist der Wisenbergturm, der eingerüstet wird, komplett gesperrt.
Auf dem Weg, um diese Sanierung zu stemmen, hat die Häfelfinger Bürgergemeinde schon einen grossen Schritt getan. 31 Oberbaselbieter Gemeinden und anliegende Solothurner Kommunen wurden angeschrieben. «Die Resonanz ist gross, die Reaktionen sind positiv», freut sich Feldmeier.
Der Lotteriefonds Baselland stellt 15 000 Franken zur Verfügung, die Eigentümerin budgetiert 5000 Franken. Einen Beitrag in Aussicht gestellt hat auch Baselland Tourismus, der früher für den Unterhalt des Wisenbergturms zuständig gewesen ist. Dafür hat die Organisation einen Fonds geäufnet, der noch über Geld verfügt. Häfelfingens Bürgergemeinde ist froh über jeden Franken. «Wir nehmen jede Spende, und sei sie noch so klein», so Rainer Feldmeier.
Der nächste grosse Anlass beim Turm ist das Wisenbergfest, das am 20. August stattfindet. Die Veranstaltung ist alle zwei Jahre und wird alternierend von der Einwohner- und Bürgergemeinde Häfelfingen sowie vom Verschönerungsverein Läufelfingen organisiert. Heuer sind die Häfelfinger an der Reihe und hoffen diesmal auf einen Reingewinn. «Die letzten zwei Mal war das Wetter hundsmiserabel, und wir blieben auf einem Defizit von 3000 bis 4000 Franken sitzen», erzählt Feldmeier.