Lockerungen

Corona-Kritik am Genussmarkt Liestal: Wie war jetzt das mit dem Schutzkonzept?

Die Wiederaufnahme des Liestaler Wochenmarktes lief trotz Schutzmassnahmen und vieler Besucher nicht ganz reibungslos.

Mirjam Bollinger
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«Endlich wieder Gnussmärt» hörte man es letzten Samstag wiederholt durch die Strassen des Stedtlis hallen. Peter Schafroth, der Marktchef, zieht eine positive Bilanz des ersten Wochenmarktes nach dem Lockdown: «Die Kundenreaktionen und die Tatsache, dass einige Produzenten schon vor Marktende ausverkauft waren, zeigt, dass das Bedürfnis nach lokalen Produkten gross ist.»

Polizeimeldungen trotz Disziplin der Besucher

Dennoch: Die Freude ist getrübt. Beim Baselbieter Krisenstab und bei der Polizei gingen Meldungen ein, die aufgrund von angeblich beobachteten Missachtungen der BAG-Vorschriften eine Marktschliessung verlangen. Für Schafroth sind die Vorwürfe unverständlich: «Der Vorstand war während der gesamten Marktzeit anwesend und hat die Lage kontinuierlich beurteilt.» Auch wenn sich an gewissen Orten viele Leute aufgehalten hätten, sei an den Ständen sehr diszipliniert angestanden worden.

Besonders enttäuschend ist das Vorgehen einerseits, weil keine direkten Gespräche mit dem Verein stattfanden. Zwei kritische Anfragen habe man im Vorfeld bekommen; bezüglich Meldungen vom Wochenende sei aber von der Eingabe von Passanten auszugehen. Andererseits hat der Verein nebst der Ausarbeitung des obligatorischen Schutzkonzepts Eigeninitiative gezeigt. Auf seine Anregung hin verteilte die Apotheke Saner rund 1500 Fläschchen Desinfektionsmittel an die Marktbesucher.

Mit Maskenpflicht zurück zur Normalität

Damit der Gnussmärt auch morgen stattfindet, wurde das Schutzkonzept angepasst. Nebst der Verschiebung zweier Stände gilt neu eine Maskenpflicht für alle Produzentinnen und Produzenten. Denn an der Durchführung des Gnussmärts halte man fest: «Wenn wir zurück zur Normalität wollen, müssen wir lernen, mit dem Virus zu leben.»