Einweihung
«Mahnmal und Symbol der Hoffnung zugleich»: Basel enthüllt einen Anne Frank-Platz

Nachdem Birsfelden seit Jahren einen Platz zu Gedenken der im Zweiten Weltkrieg verstorbenen Jüdin hat, zieht Basel nach.

Elodie Kolb
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Der Platz im Erlenmatt-Quartier wurde am Montag eingeweiht. Von links nach rechts: Baschi Dürr, Emanuel Trueb, Paul Haffner, Gerti Elias und Stephanie Eymann.

Der Platz im Erlenmatt-Quartier wurde am Montag eingeweiht. Von links nach rechts: Baschi Dürr, Emanuel Trueb, Paul Haffner, Gerti Elias und Stephanie Eymann.

Nicole Nars-Zimmer

In der Sonne glänzt die silberne Rutschbahn des Spielplatzes im Erlenmattquartier. Vorne dran verhüllt ein blaues Tuch ein Strassenschild, das mit einem Jahr Verspätung endlich enthüllt wird. Auf dem blauen Schild steht: Anne Frank-Platz. «Ein Mahnmal und ein Symbol der Hoffnung», soll der Platz gleichzeitig sein, wie Regierungsrätin Stephanie Eymann (LDP) bei er Enthüllung sagt.

Die Idee, in Basel einen Platz in Gedenken an die junge Jüdin zu errichten, gab es bereits seit einiger Zeit. Schon 2009 reichten Parlamentarier einen Vorstoss ein, der einen Anne Frank-Platz forderte. In Birsfelden, wo Franks Vater Otto Frank sich niederliess, gibt es bereits einen nach Anne Frank benannten Platz. Nach einem erneuten Vorstoss im Grossen Rat vor drei Jahren, hiess der Regierungsrat das Vorhaben gut.

Platz im Erlenmatt sehr bewusst gewählt

Die Umsetzung in Basel habe Zeit benötigt. Denn: «Für eine solche Person muss man einen geeigneten Ort finden», sagt Eymann am Montagvormittag. Mit der Pandemie habe sich die Einweihung des Platzes noch einmal um ein Jahr verschoben. Nur wenige Tage nach ihrem Geburtstag war es am Montag aber endlich so weit: Der Anne Frank-Platz im Erlenmattquartier wurde eingeweiht und das blaue Tuch feierlich vom neuen Schild entfernt. Mit dabei nicht nur Baschi Dürr (FDP), der Vorgänger von Stephanie Eymann, sondern auch Gerti Elias, die Witwe von Anne Franks Cousin Buddy Elias, der nach Basel emigrierte. Ausserdem der Präsident der Nomenklaturkommission und der Leiter der Stadtgärtnerei.

Zwei Schülerinnen und ein Schüler der Sekundarschule Holbein hielten kurze Voten. Sie haben das berühmte Tagebuch in der Schule gelesen. Der 15-jährige Schüler hat einen Brief an Anne Frank verfasst, den er vorliest. «Dein Leben war echt nicht leicht», sagt er.

«Es hat mich echt berührt und ich habe über unser heutiges Leben nachgedacht, das im Vergleich wundervoll ist.»

Obwohl ihm das Buch gefallen habe, habe es auch Passagen gegeben, die ihn gelangweilt hätten, beispielsweise als Frank erzählt, was die Familie gegessen hat.

Wie Regierungsrätin Stephanie Eymann während dem Anlass sagt, sei der Ort sehr bewusst gewählt worden, um das Andenken an die mit 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen verstorbene Anne Frank zu bewahren. Aber auch in Gedenken an die Zuversicht, die Anne Frank in ihrem weltberühmten Tagebuch verlauten liess. «Es soll ein zukunftsgerichtetes Andenken sein», sagt Eymann. Deswegen sei die Wahl auch auf einen Spielplatz und Treffpunkt für Jugendliche gefallen.