Liestal

Einwohnerratssitzung: Schutzmaske haltet nicht vom Reden ab

An der ersten Einwohnerratssitzung seit Corona informierte Liestaler Stadtrat ausgiebigst.

Andreas Hirsbrunner
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Kenneth Nars

Ja zu allen Krediten Der Liestaler Einwohnerrat hatte gestern Abend für einmal eine Pionierrolle: Als erstes Gemeindeparlament im Kanton tagte er seit dem Ausbruch der Coronakrise. Und wie er das tat: Alle Mitglieder zogen folgsam die bereitgestellten Schutzmasken über und sassen mit gehörigem Abstand auseinander. Und die meisten Parlamentarier hielten sich auch an den Appell von Ratspräsident Werner Fischer (FDP): «Ich bitte eindringlichst, die Voten kurz zu halten.»

Dies im Gegensatz zur Mehrheit des Stadtrats: Die Exekutive berichtete annähernd eine Stunde lang, wie sie respektive die Verwaltung die Coronazeit auf Gemeindeebene bewältigen. Dazu ein paar Detailinformationen: Regula Nebiker (SP) sagte, dass der Sozialdienst sehr stark beansprucht werde und ein paar neue Fälle im Zusammenhang mit Corona stünden. Und weiter: «Ich befürchte, dass längerfristig die coronabedingten Unterstützungsfälle zunehmen.» Die Spitex dagegen habe Kurzarbeit eingegeben, weil viele Dienstleistungen abbestellt und die Pflege teils innerfamiliär übernommen worden sei. Und erfreulich: In den beiden Liestaler Altersheimen habe es keine Coronaerkrankungen gegeben.

Daniel Muri (parteilos) verwies darauf, dass das Gitterli-Bad einen Verlust von bis zu 80000 Franken pro Monat einfahre. Und Franz Kaufmann (SP) zeigte sich hoffnungsvoll, dass der Arbeitsunterbruch der SBB beim Vierspurausbau, «über den wir alle erschrocken sind», keine längerfristigen Folgen auf den Fahrplan haben werde.

Kein Banntag – Schüler haben trotzdem frei

Materiell segnete der Rat die beiden einzigen Geschäfte, bei denen es um dringende Kredite ging, einstimmig ab. So sprach er ein Darlehen von 1,7 Millionen Franken an die Sport- und Volksbad Gitterli AG zu einem Bruchteil des Zinses, den die Basellandschaftliche Kantonalbank gewährt hätte. Dies für die nächste Sanierungstranche des Hallenbads.

Der zweite Kredit von 1,825 Millionen betraf die Wasserversorgung. Dabei geht es vor allem um den Neubau eines Verbindungsschachts beim Talhaus, der einen Wasseraustausch zwischen dem Ergolz- und den Frenkentälern ermöglicht. Stadträtin Marie-Theres Beeler (Grüne) frohlockte: «Damit sichern wir das zweite Standbein unserer Wasserversorgung, was der Kanton verlangt.»
Keine Chance hatte hingegen eine von der SP eingebrachte Resolution, die Schule am 18. Mai stattfinden zu lassen, weil der Banntag abgesagt worden ist. Daniel Schwörer (FDP) meinte dazu: «Das ist ein nicht durchdachter Schnellschuss.»