Im Gegensatz zum Baselbiet: Unispital Basel testet jetzt alle Patienten

Das Unispital Basel hat sich dazu entschieden, sämtliche Patientinnen und Patienten – auch ohne Symptome – einem Test auf das Coronavirus zu unterziehen. Das Baselbiet verfolgt in diesem Bereich ein anderes Vorgehen.

Silvana Schreier
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Corona-Test

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CH Media

Fast 700 Coronavirus-Fälle zählt der Kanton Basel-Stadt mittlerweile. Davon sind über 45 Prozent wieder genesen, wie das Gesundheitsdepartement am Mittwoch mitteilte. Im Universitätsspital Basel seien 88 Baslerinnen und Basler hospitalisiert. 16 Personen befinden sich in der Intensivpflege. Das Spital gleicht in diesen Tagen einem Bienenstock. Anspannung und Besorgnis seien spürbar, erzählt Unispital-Sprecher Nicolas Drechsler. Gleichzeitig aber auch Engagement.

Auch in der Aussenstation des Unispitals, der Predigerkirche, bleibt der Andrang gross. Dort führen die Mediziner laut Drechsler bis zu 300 Tests pro Tag bei Coronavirus-Verdachtsfällen durch. Zudem habe man den Ablauf in der Teststation etwas angepasst, um mehr Personen betreuen und testen zu können. Die Ärzte könnten zudem Medikamente gegen Symptome verschreiben. Sollten Patienten weitere Behandlung benötigen, würden sie direkt ans Notfallzentrum weiterverwiesen.

Prediger-Kirche Seit dem 9. März ist die Prediger-Kirche am Totdentanz in Basel als Corona-Testzentrum in Betrieb.
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Auch um das benachbarte Universitätsspital zu entlasten, werden hier die Corona-Tests durchgeführt.
Bis zu 300 Tests pro Tag werden hier durchgeführt.
Die Ärzte könnten hier zudem Medikamente gegen Symptome verschreiben.
Ein ungewohntes Bild. Die Basler Predigerkirche entstand 1233 bis 1237 als Klosterkirche des Dominikanerordens.
Predigt via Internet Zum Palmsonntag wird auf der Webseite www.ckk-bs.ch ein Gottesdienst, statt in der Predigerkirche, ein Video-Gottesdienst angeboten.
So ist die Kirche nun aufgeteilt.
Täglich stehen die Leute hier Schlange.
Täglich stehen die Leute hier Schlange.
Täglich stehen die Leute hier Schlange.

Prediger-Kirche Seit dem 9. März ist die Prediger-Kirche am Totdentanz in Basel als Corona-Testzentrum in Betrieb.

Nicole Nars-Zimmer

Unispital Basel hat fast alle Patienten getestet

Das Universitätsspital Zürich hatte am Dienstag an einer Pressekonferenz angekündigt, ab dem 1. April alle Patientinnen und Patienten auf das Coronavirus zu testen – ungeachtet der Symptome oder des Verdachts auf eine Ansteckung. Damit soll eine Ansteckung der Mitarbeitenden und anderer Patienten verhindert werden. Diese Massnahme hatte auch das Unispital in Basel ergriffen. «Wir testen sämtliche Patientinnen und Patienten, die entweder bereits bei uns im Spital betreut werden oder neu eintreten», so Drechsler. Diese routinemässigen Tests seien bis Mittwochabend fast vollständig durchgeführt worden. Auch Spitalmitarbeitende hätten die Möglichkeit, sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Andreas Buser Chefarzt Transfusionsmedizin und Blutspendezentrum beider Basel / Leitender Arzt Hämatologie

Andreas Buser Chefarzt Transfusionsmedizin und Blutspendezentrum beider Basel / Leitender Arzt Hämatologie

zVg

Daneben hat das Unispital am letzten Märztag dieses Jahres die neue Therapiemöglichkeit mit Plasma bereits genesener Coronavirus-Patienten lanciert. Laut der Medienmitteilung wurde mit zwei Personen begonnen: Ihnen wurde Blut verabreicht, das etwa Abwehrstoffe gegen einen Krankheitserreger enthält. Die Forschungsgruppe formiert sich um Manuel Battegay, Chefarzt der Infektiologie und Spitalhygiene, und Andreas Buser, Chefarzt der Transfusionsmedizin und des Blutspendezentrums beider Basel. Buser sagt zur bz: «Wir wissen noch nicht, wie die Plasma-Transfusion wirkt.» Dafür sei es noch zu früh, da die Behandlung der beiden ersten Patienten andauere. Die Hoffnung sei, dass Schwere und Dauer der Krankheit reduziert werden könnten.

Hier lagern das Blut-Plasma aus dem Blutspendezentrum SRK beider Basel für die Corona-Therapie

Hier lagern das Blut-Plasma aus dem Blutspendezentrum SRK beider Basel für die Corona-Therapie

Prof. Dr. med. Andreas Buser
Andreas Buser Chefarzt Transfusionsmedizin und Blutspendezentrum beider Basel / Leitender Arzt Hämatologie

Andreas Buser Chefarzt Transfusionsmedizin und Blutspendezentrum beider Basel / Leitender Arzt Hämatologie

zVg

Es handelt sich um Einzelheilversuche, für die der Patient eine Einverständniserklärung unterschreiben muss. Auch die Plasma-Spender, also dem Unispital bekannte genesene Coronavirus-Patienten, würden aus freien Stücken handeln. «Von etwa 100 angefragten Personen haben sich über 15 bereit erklärt, Plasma zu spenden», sagt Buser. Wirkt die neue Therapie bei den Corona-Patienten, soll eine Studie den Effekt in einer Studie evaluieren.

«Für die momentane Situation» genug Masken und Kleidung

Während in Basel-Stadt also fleissig auf das Virus getestet wird, hält sich der Kanton Baselland zurück. Flächendeckende Tests an Patienten werden in den Spitälern in Liestal, Laufen und auf dem Bruderholz keine durchgeführt. Anita Kuoni, Sprecherin des Kantonsspitals Baselland, sagt zur bz: «Wir testen nicht alle Patientinnen und Patienten, sondern nur jene, die entsprechende Symptome aufweisen.» Alle Massnahmen würden laufend überprüft.

Bruderholzspital Aktuell ist das Bruderholzspital das Corona-Referenzspital. Vor kurzem wurde über die Notwendigkeit dieses Spitals jedoch heftig debattiert.
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Bruderholzspital Das Bruderholzspital in Binningen war ein Zankapfel bei der geplanten Fusion der Kantonsspitäler von Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Der Landkanton wollte das veraltete Spital abreissen und durch eine Tagesklinik ersetzen; für die Linke im Stadtkanton war der Standort überflüssig.
Bruderholzspital Die Stimmberechtigten beider Basel konnten am 10. Februar 2019 über die Spitalfusion abstimmen. Während die Baselbieter Stimmberechtigten der Fusion der Kantonsspitäler mit 66 Prozent Ja-Anteil zustimmten, lehnte der Stadtkanton die Vorlage für den Staatsvertrag für eine gemeinsame "Universitätsspital Nordwest AG" mit 56 Prozent Nein-Stimmen ab.
Corona-Tests in Predigerkirche, Basel
Bruderholzspital Baselland, Corona, Covid-19, Referenzspital Reinigungspersonal mit Schutzüberwürfen im Kantonsspital Bruderholz (26. Maerz 2020)
Bruderholzspital Baselland, Corona, Covid-19, Referenzspital Neue, frisch angeschaffte Beatmungsgeräte stehen bereit.
Bruderholzspital Baselland, Corona, Covid-19, Referenzspital Neue, von der Armee zur Verfügung gestellte Beatmungsgeräte werden für den Einsatz im Kantonsspital Baselland (KSBL) vorbereitet.
Bruderholzspital Baselland, Corona, Covid-19, Referenzspital Die erweiterte Notfallabteilung, die in der Einfahrtshalle der Ambulanz eingerichtet wurde.
Bruderholzspital Baselland, Corona, Covid-19, Referenzspital Eine erweiterte Notfallabteilung, die in der Perioperativen Anästhesie Holding-Area (PAHoA) eingerichtet wurde.
Bruderholzspital Baselland, Corona, Covid-19, Referenzspital Isolationszimmer im Kantonsspital Baselland (KSBL) am Standort Bruderholz in Binningen.
Bruderholzspital Baselland, Corona, Covid-19, Referenzspital Hinweisschild zur erweiterten Notfallabteilung, die in der Einfahrtshalle der Ambulanz eingerichtet wurde.
Bruderholzspital Baselland, Corona, Covid-19, Referenzspital Hinweisschild zur erweiterten Notfallabteilung, die in der Einfahrtshalle der Ambulanz eingerichtet wurde.
Corona Spital Bruderholz Assistenzdienst, Unterstützung der zivilen Behörden: Spitalbataillon 66 im Kantonsspital Baselland, Bruderholz
Corona Spital Bruderholz Assistenzdienst, Unterstützung der zivilen Behörden: Spitalbataillon 66 im Kantonsspital Baselland, Bruderholz

Bruderholzspital Aktuell ist das Bruderholzspital das Corona-Referenzspital. Vor kurzem wurde über die Notwendigkeit dieses Spitals jedoch heftig debattiert.

Walter Brunner

Sowohl in Baselland als auch in der Stadt gibt es derzeit noch keine Maskenpflicht auf dem Spitalgelände. «Eine solche besteht nur für Personen, die im direkten Patientenkontakt stehen und wo der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann», erklärt Kuoni. Weiter teilt das Baselbieter Gesundheitsdepartement auf Anfrage mit, dass der Landkanton «für die momentane Situation über genügend Material» – Atemschutzmasken, Beatmungsgeräte, Schutzkleidung – verfüge.