Coronavirus

Im Kampf gegen Corona: Den beiden Basel mangelt es an Ressourcen, wohin man schaut

Die beiden Basel verzichten auf Kontrollbesuche bei Personen in Quarantäne. In Baselland kann das Contact-Tracing nicht mehr gewährleistet werden.

Nora Bader
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Im Baselbiet werden die Anzahl der Menschen, die in Quarantäne sind, nicht mehr erhoben, da das Contact Tracing deutlich hinterherhinkt. (Symbolbild)

Im Baselbiet werden die Anzahl der Menschen, die in Quarantäne sind, nicht mehr erhoben, da das Contact Tracing deutlich hinterherhinkt. (Symbolbild)

Getty

Es ist frühmorgens, und an der Tür klingeln Behördenvertreter. Der Grund: Quarantäne-Kontrolle. Solche Szenarien spielen sich derzeit in verschiedenen Kantonen ab. Nicht so aber in Basel-Stadt. Strenge Kontrollen, ob die verordnete Quarantäne eingehalten wird, gebe es hier bisher keine, heisst es auf Anfrage beim Basler Gesundheitsdepartement.

«Wenn aber aufgrund des Contact Tracing Anzeichen bestehen, dass jemand die angeordnete Quarantäne nicht einhält, beziehen wir die Kantonspolizei ein und gehen vor Ort», sagt Anne Tschudin vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt. Verzeigt worden seien wegen Verstössen gegen die Quarantäne-Regeln Stand jetzt erst vier Personen, so Tschudin weiter. Und bei diesen habe es sich um die Nichteinhaltung der Reisequarantäne gehandelt. In Basel setze man grundsätzlich darauf, dass die Betroffenen sich an die Anordnungen halten würden. «Wir sitzen nicht im Gebüsch vor Wohnzimmern und kontrollieren Leute.» Ausserdem wären Kontrollbesuche, wie es sie in anderen Schweizer Kantonen gibt, äusserst personalintensiv.

Denn: In Quarantäne befinden sich in Basel-Stadt derzeit 626 Personen, 759 sind in Isolation. Gestern wurde ein Anstieg von 96 Covid-Neuansteckungen registriert. Die Zahl der Infizierten steigt somit auf 3363, aktive Fälle sind es 759. Bisher sind 56 Menschen verstorben. Total sind im Moment 119 Personen in Pflege in einem baselstädtischen Spital, 24 davon benötigen Intensivpflege.

Quarantäne-Zahlen werden in Baselland nicht erhoben

Ähnlich tönt es betreffend Quarantäne-Kontrollen im Kanton Baselland. «Bei der aktuellen Vielzahl von Personen in Isolation und Quarantäne ist es absolut ausgeschlossen, überall zu kontrollieren, ob die Massnahmen eingehalten werden», sagt Rolf Wirz von der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion auf Anfrage.

Die Anzahl der Menschen in Quarantäne wird zwar gar nicht mehr erhoben, weil das Contact Tracing im Rückstand ist und die Zahlen zu Fehlaussagen führen würden. Aber auch im Baselbiet gelte: «Wir setzen in erster Linie auf Eigenverantwortung. Wo Verstösse offensichtlich sind oder uns gemeldet werden, wird die Polizei zugezogen.» Wie viele Verzeigungen wegen Verstössen gegen die Quarantäne-Regeln ausgesprochen wurden, könne man nicht sagen, diese würden nicht separat erfasst, heisst es bei der Baselbieter Staatsanwaltschaft.

Vermeldet werden aber weiterhin die Fallzahlen. Positive Tests meldete Baselland gestern deren 148, damit steigt die Zahl der Infizierten auf 3987. Die Zahl der Todesfälle steigt um einen auf 45. Insgesamt 66 Personen benötigen Spitalpflege, fünf befinden sich auf der Intensivstation.

Antigen-Schnelltests nicht flächendeckend eingeführt

Zurück zum Baselbieter Contact Tracing: Das hat seine Grenzen erreicht. Gemäss Krisenstab Baselland könne ein vollumfängliches Contact Tracing schon seit einigen Tagen nicht mehr gewährleistet werden. Ab sofort werden deshalb nur noch positiv getestete Personen informiert. Sie erhalten alle notwendigen Informationen per E-Mail und werden instruiert, ihre Kontaktpersonen zu informieren, damit diese sich in Quarantäne begeben können. Intensiver begleitet würden lediglich noch Schulen oder Alters- und Pflegeheime. Im Stadtkanton fokussiert sich das Contact Tracing bereits seit über einer Woche auf positive Fälle und Institutionen.

Die vom Bund zur Verfügung gestellten Antigen-Schnelltests will der Kanton Baselland zurzeit nicht flächendeckendend in Arztpraxen und/oder Apotheken einsetzen, wie der Krisenstab weiter mitteilt. Zum Einsatz kämen sie in Abklärungs- und Teststationen sowie in Spitälern und Altersheimen. Die restlichen Tests würden vom Kanton vorerst für den Fall in Reserve gehalten, dass sich die Verfügbarkeit der PCR-Standardtests verschlechtern sollte.