Protest
Plattenleger beider Basel wehren sich und fordern «Hand für eine Einigung»

Die Basler Platenlegerinnen und Plattenleger haben heute vor dem Sitz des Gewerbeverbands Basel-Stadt demonstriert. Sie wehren sich dagegen, dass die Arbeitgeber in der Plattenlegerbranche versuchen würden, mit dem Austritt aus dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) ihre Löhne zu drücken.

bz
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Plattenleger protestieren in Basel am Mittwoch, 24. März 2021. Sie rufen den Plattenverband zur Gesamtarbeitsvertragsunterzeichnung auf.

Plattenleger protestieren in Basel am Mittwoch, 24. März 2021. Sie rufen den Plattenverband zur Gesamtarbeitsvertragsunterzeichnung auf.

Bild: Georgios Kefalas / Keystone

Im vergangenen Jahr kündigten die Arbeitgeber der Plattenlegerbranche (Schweizerische Plattenleger, Sektion Beider Basel) den bestehenden Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Sie hätten es insbesondere auf die fairen Mindestlöhne für die körperlich ausserordentlich hart arbeitenden Plattenlegerinnen und Plattenleger abgesehen, so der Tenor. Seither bemühe sich die Gewerkschaft Unia, die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zu holen, um sich auf einen neuen GAV zu einigen, wie die Gewerkschaft mitteilt.

An einem Treffen am 11. März fanden die Sozialpartner gemäss Unia eine gute Lösung. Doch die Arbeitgeber hätten ein Folgetreffen zur Bereinigung der letzten Details abgesagt.

«Offenbar wollen sie keine Einigung, sondern die Löhne ihrer Angestellten um jeden Preis drücken.»

Das schreibt die Unia in ihrer Medienmitteilung. Den Plattenlegerinnen und Plattenlegern passt das nicht. Sie haben deshalb heute am Pyramidenplatz vor dem Sitz des Gewerbebands Basel-Stadt einen Protest abgehalten. Mit einem Verhandlungstisch, an dem die Stühle der Arbeitgebervertretenden leer blieben, symbolisierten sie die «ruchlose und Verweigerungspolitik» des Plattenverbandes.

«Motivation der Mitarbeitenden steht auf dem Spiel»

Je länger diese anhalte, desto schädlicher werde sie für die ganze Branche. «Wenn Ende des laufenden Monats die einseitige Kündigung des bisher geltenden Gesamtarbeitsvertrags durch die Arbeitgeberseite in Kraft tritt, sind die Arbeitsverhältnisse von Hunderten Plattenlegern in der Region nicht mehr gesichert», befürchtet die Unia. Das sei nicht nur für die Arbeitnehmenden in diesem körperlich enorm anstrengenden Beruf nicht hinnehmbar, sondern auch für die Unternehmen ein Risiko. «Nicht nur setzen sie die Motivation ihrer Mitarbeitenden aufs Spiel», so die Gewerkschaft. Ohne geltenden GAV sei auch die Verpflichtung zur Aufrechterhaltung des Arbeitsfriedens hinfällig. Wenn die Arbeitgeber meinen würden, sie könnten ohne Widerstand der Betroffenen die Löhne um fast 500 Franken pro Monat senken, dann hätten sie in den vergangenen Monaten nicht gut zugehört.

Plattenleger und Unia würden weiterhin hartnäckig Widerstand leisten und forderten die Arbeitgeber auf: «Bietet endlich Hand für eine Einigung!»