Spital-Mitarbeitende fordern für 2021 mehr Lohn

Das Unispital Basel informiert bald, im Baselbiet wird noch verhandelt.

Zara Zatti
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Pflegefachkräfte und Ärztinnen und Ärzte fordern mehr Lohn. (Archivbild)

Pflegefachkräfte und Ärztinnen und Ärzte fordern mehr Lohn. (Archivbild)

Martin Toengi

Wir alle haben für sie geklatscht während des Lockdowns. Für die Angestellten im Gesundheitswesen: die Pflegefachleute und die Ärzte. Sie standen während der kritischen Wochen an vorderster Front. Viele mussten Überstunden leisten. Der Bundesrat setzte die Vorschriften bezüglich Pausen und Ruhezeiten vorübergehend ausser Kraft. Hinzu kam die Ungewissheit, wie gefährlich das Virus wirklich ist. Die Situation in den Spitälern hat sich mittlerweile entspannt. Heute klatscht niemand mehr.

In einem offenen Brief fordert die Gewerkschaft VPOD Region Basel jetzt eine Entschädigung für die erhöhte Belastung des betroffenen Personals. Konkret sollen Spitäler und Regierungen beider Basel «alles in ihrer Macht stehende unternehmen, um eine überdurchschnittliche Lohnentwicklung für das Jahr 2021 zu ermöglichen».

Laufende Lohnverhandlungen

Das Problem: Die Spitäler rechnen ihrerseits mit massiven finanziellen Einbussen wegen der Pandemie. Das Kantonsspital Baselland (KSBL) geht momentan von einem Ertragsverlust von 30 Millionen Franken für 2020 aus. Grund sind die Mehrausgaben für zusätzliche Spitalbetten, die für Corona- Patienten bereitgestellt werden mussten. Ausserdem mussten die Spitäler auf dem Höhepunkt der Pandemie, abgesehen von Notfällen, reguläre Eingriffe verschieben (bz berichtete mehrfach).

Der Brief der Gewerkschaft richtet sich an die Spitäler in den beiden Basel und an die beiden Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger und Thomas Weber. Wie realistisch sehen die Kantonsspitäler eine Lohnerhöhung im nächsten Jahr unter den erschwerten Bedingungen? Beide Spitäler können noch nichts Konkretes sagen, die Lohnverhandlungen laufen noch. Das Universitätsspital Basel (USB) will diese Woche zur Lohnentwicklung kommunizieren, die Lohnverhandlungen im KSBL haben erst gerade begonnen.

Corona-Prämie im Bruderholz-Spital

Dass der Dank für die Mitarbeiterinnen besonders wichtig sei, betonen beide Spitäler. Die Mitarbeiter des KSBL hätten während der Coronakrise ein Geschenk erhalten, die Mitarbeiterinnen im Covid-Referenzspital Bruderholz zusätzlich eine Corona-Prämie. Das schreibt das Spital auf Anfrage. Das USB unterstütze das Personal während der akuten Krise mit Kinderbetreuung, Hotelübernachtungen und Parkplätzen. Und: «Das Jahr ist noch nicht vorbei – wir diskutieren weitere Möglichkeiten der Anerkennung», schreibt das USB auf Anfrage.