Begehrte Spritze

Zum nationalen Grippeimpftag: Impfstoff gegen die Grippe ist in den beiden Basel aus

Am Freitag ist nationaler Grippeimpftag. Zur Feier des Tages impfen lassen, ist aber nahezu unmöglich. Nachschub soll kommen.

Zara Zatti
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Risikopatienten wird eine Impfung empfohlen (Symbolbild)

Risikopatienten wird eine Impfung empfohlen (Symbolbild)

KeyGaetan Bally / KEYSTONE

«Schütze dich und andere mithilfe der Grippeimpfung». Dazu werden die User auf Facebook von der Weltgesundheitsorganisation aufgefordert. Insbesondere Risikopersonen und exponiertes Gesundheitspersonal soll sich dieses Jahr gegen die Grippe impfen lassen.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und verschiedene Fachleute appellierten mit der gleichen Bitte an die Schweizer Bevölkerung. Grund dafür ist die Coronapandemie. Die Spitalbetten sollen nicht zusätzlich durch Grippeinfektionen belastet werden. Der Verlauf einer Coronainfektion kann ausserdem schwerer sein, wenn gleichzeitig eine Grippeinfektion vorliegt. Und weil die Symptome ähnlich sind, belasten die Grippepatienten die Testzentren.

Viele sind dem Aufruf gefolgt. Zu viele

In der ganzen Schweiz ist es momentan sehr schwer, überhaupt noch an eine Impfdosis zu gelangen. Die Bestände hielten der Nachfrage nicht Stand. Auch in den beiden Basel sind die Grippeimpfungen nahezu ausverkauft. Bereits vor zwei Wochen berichtete die bz, dass die ersten Lieferungen der Influenza-Impfung nach wenigen Tagen vielerorts in Basel bereits weg war. Einige wenige, die eine Dosis vorbestellt hatten, können sich die schützende Spritze noch abholen. Der Rest muss warten.

Das Bundesamt für Gesundheit hat angekündigt, dass bis Ende November weitere grosse Lieferungen in der Schweiz zur Verteilung kommen werden. Darauf hoffen nun die Apotheken. Wie viele Dosen dann geliefert werden können, ist momentan noch unklar «Wir wissen nicht, welche Apotheke wie viel erhalten wird», sagt Lydia Isler-Christ, Präsidentin des Baselstädtischen Apotheker-Verbandes.

Risikopatienten hatten Vorrang

Isler-Christ ist Inhaberin der Sevogel-Apotheke in Basel. Auch dort sind alle Grippeimpfungen ausverkauft. Dabei haben sie im Frühling extra viele Dosen bestellt, weil sie mit einem grösseren Ansturm gerechnet haben.

Die Tatsache, dass sich besonders Risikopersonen wie etwa ältere Menschen impfen lassen sollen, beschäftigte auch die Apotheken und Hausärzte. In der Sevogel-Apotheke schrieb man die eigene Kundschaft, die als Risikogruppe eingeschätzt wurde, aktiv an, damit sie noch zu einer Impfdosis gelangen. «Es ist aber enorm schwierig einzuschätzen, wer ein erhöhtes Risiko hat oder etwa in einem exponierten Beruf tätig ist», sagt Isler-Christ. Einer Person die Grippeimpfung verweigert, weil sie als zu wenig vulnerabel eingeschätzt wurde, hat sie nie.

In den Arztpraxen in der Region klingt es ähnlich

Auch dort hat man die eigenen Patienten mit einem erhöhten Risikofaktor vorab informiert. Trotz Engpass sind die Experten noch nicht alarmiert, denn: Die Grippewelle beginnt in der Schweiz in der Regel erst nach Weihnachten. «Auch bei einer Grippeimpfung im Dezember bleibt noch genügend Zeit, damit das körpereigene Immunsystem einen Impfschutz aufbauen kann», schreibt das BAG.