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In Emmen sollen sich Container der Schweizer Armee stapeln

Der Bundesrat will den ehemaligen Armeemotorfahrzeugpark Rothenburg zum grössten Container-Stützpunkt der Schweizer Armee machen. 600 Container für Lastwagen sollen sich hier in Reih und Glied einordnen.
Simon Mathis
So soll der neue Container-Stützpunkt in Emmen aussehen. (Visualisierungen: PD/VBS)

So soll der neue Container-Stützpunkt in Emmen aussehen. (Visualisierungen: PD/VBS)

Um Material dynamischer und effizienter zu transportieren, setzt die Schweizer Armee zusehends auf Container. Eine bedeutende Rolle soll dabei der Armeestützpunkt Rothenburg auf Emmer Boden übernehmen, wie aus der Armeebotschaft 2019 hervorgeht. Der Bundesrat will diesen zu einem von vier militärischen Container-Stützpunkten in der Schweiz machen – und zum grössten in der Schweiz. Die anderen drei werden sich in Thun, Grolley (Freiburg) und Bronschhofen (St. Gallen) befinden. «Vier schweizweit verteilte Standorte sind notwendig, damit die Mobilmachung der Truppe gegebenenfalls dezentral erfolgen kann», heisst es in der Armeebotschaft.

Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt Armeesprecher Daniel Reist: «Rothenburg ist für die Armee der zentrale Logistikpunkt in der Zentralschweiz. Auf diesem Standort basieren zudem die Militärflugplätze Emmen und Alpnach.» Auch alle Transporte des Kompetenzzentrums Swissint in Oberdorf werden hier abgewickelt. «Rothenburg liegt geografisch gut und verfügt über ausgezeichnete Anbindungen an Strasse und Schiene.»

Ausbau und Sanierung für 75 Millionen Franken

Für Ausbau und Sanierung des ehemaligen Armeemotorfahrzeugparks (AMP) Rothenburg beantragt der Bundesrat beim Parlament einen Kredit von 75 Millionen Franken. Eine neue Lagerhalle soll Platz für 600 der rund 1500 Container der Armee bieten.

Die Container können darin mit einem Hallenlift bewegt und mit Hilfe eines Krans auf den Fahrzeugen installiert werden:

Das Lagersystem im Container-Stützpunkt soll so aussehen:

Die Containerhalle wird die ehemalige Panzerwerkstatt entlang der SBB-Linie zwischen Olten und Luzern ersetzen, welche die Armee abbrechen will.

Heute lagert die Armee in Emmen 410 Container – verteilt auf Gebäude aus den 1950er- und 1980er-Jahren, die grösstenteils denkmalgeschützt sind. Die neue Halle soll die Lagerfläche deutlich reduzieren: von 25'000 auf 5000 Quadratmeter Standfläche. Die Armee rechnet mit einer Abnahme des Betriebsaufwandes von 0,3 Millionen Franken pro Jahr.

Weniger Lastwagen

Die Container sind normiert und lassen sich auf unterschiedliche Lastwagen setzen. Früher waren diese Systeme direkt auf die Fahrzeuge gebaut. Durch die Container lassen sich die Lastwagen vielseitiger einsetzen, heisst es in der Armeebotschaft. Ziel sei es, die Zahl der LKWs zu reduzieren. Die Container beinhalten beispielsweise Küchen, Sanitätsräume, Tanks, Antennenträger oder Server.

Das Projekt sieht zudem zwei weitere Neubauten vor. Im Eingangsbereich des Areals soll ein kleines Bürohaus zu stehen kommen, das auch Aufenthaltsräume beherbergen wird:

Zwischen Büro und Container-Stützpunkt ist eine neue Werkstatt für militärische Personenwagen und Lastwagen geplant:

Drei zusätzliche LKW-Fahrten pro Woche

Wie wirkt sich der neue Container-Stützpunkt auf den Verkehr in der Region aus? Sicherlich benötige man nicht so viele Lastwagen, wie es Container gibt, sagt Armeesprecher Reist. Laut dem Umweltverträglichkeitsbericht erhöhe der neue Container-Stützpunkt das Verkehrsaufkommen leicht. «Im Normalbetrieb zwischen 7.15 und 17.15 Uhr kann es laut Bericht zu rund drei zusätzlichen LKW-Fahrten pro Woche kommen», so Reist. In der ehemaligen AMP sind zurzeit 90 Personen beschäftigt. Diese Zahl ändert sich laut Reist auch nach Ausbau und Sanierung nicht.

Die Armasuisse habe die Gemeinde Emmen über die Pläne informiert, sagt deren Gemeinderat Josef Schmidli (CVP). Bei der Baubewilligung arbeite die Gemeinde mit der Armasuisse zusammen. Schmidli:

«Im ehemaligen AMP Rothenburg ist das Panzer-Zeitalter vorbei, das Container-Zeitalter bricht an. Wir sind vor allem froh, dass die 90 Arbeitsplätze erhalten bleiben können.»

Der ehemalige AMP sei ideal gelegen. Die Nachbargemeinde Rothenburg kann zum Vorhaben der Armee zurzeit noch keine Stellungnahme abgeben. «Der Gemeinderat kann sich erst damit beschäftigen, wenn wir von offizieller Seite über das Projekt in Kenntnis gesetzt werden», schreibt Philipp Rölli, Geschäftsführer der Gemeinde Rotenburg.

Die Federführung des Projektes liegt beim Generalsekretariat des VBS. Wenn es in den Eidgenössischen Kommissionen zu keinen Verzögerungen kommt, wird das Parlament die Armeebotschaft voraussichtlich in der Herbstsession beraten. Die Pläne werden voraussichtlich zwischen 2020 und 2024 realisiert.

Schweizer Armee will Logistik modernisieren

Ein Kernstück der Armeebotschaft 2019 ist die Modernisierung der Logistik. Neben dem Container-Zentrum in Emmen für 75 Millionen Franken plant die Schweizer Armee zahlreiche weitere Projekte. Für 84 Millionen will sie den Waffenplatz in Thun weiterentwickeln, um dort die Instandhaltungsschulen zu zentralisieren.

Auf dem Flugplatz Payerne müssen zwei alte Hallen für 85 Millionen Franken ersetzt werden. Der Ersatz von Lastwagen soll 150 Millionen Franken kosten. Darüber hinaus unterbreitet das VBS im Immobilienprogramm einen Rahmenkredit von 170 Millionen Franken – für weitere Ausbauten und Massnahmen.

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