Lozärner Usdröck: «Chnuupesaager»

Er ist geizig und durchtrieben: der «Chnuupesaager». An der Luzerner Fasnacht sind die Geizhälse und Rappenspalter aber auch musikalisch unterwegs – als Guuggenmusig.

Simon Mathis
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Bei einem «Chnuupesaager» sind Bettler an der falschen Adresse. Der Begriff bezeichnet nämlich einen kleinlichen Geizhals. Auch durchtriebene Schwerenöter kann man Chnuupesaager nennen. Das Wort ist zusammengesetzt aus «Chnuupe» (Knollen) und «Saager» (Säger). Die Idee dahinter ist ähnlich wie beim «Rappenspalter»: Ein knausriger Mensch zerteilt selbst das kleinste Holzstück, um noch etwas an ihm zu verdienen. Wer mit Holz handelte, galt früher denn auch als eher geizig. So die Erklärung von Hans-Peter Schifferle, dem ehemaligen Leiter des Schweizerdeutschen Wörterbuches.

In Luzern gibt es auch musikalische Chnuupesaager. Denn eine Guuggenmusig hat sich 1979 nach diesem «typischen, uralten Luzerner Ausdruck» benannt, wie es auf deren Website heisst. Die Gruppe feiert heuer das 40-jährige Bestehen. Sinnigerweise zeigt das Logo der Chnuupesaager zwei Männer, die ein Fünf-Franken-Stück zersägen. Der Begriff ist auch ausserhalb Luzerns bekannt. Das zeigt einmal mehr, wie rar ureigene Luzerner Ausdrücke sind.

Hinweis: Kennen Sie typische «Lozärner Usdröck»? Schicken Sie Ihre Vorschläge an folgende E-Mail-Adresse: dialekt@luzernerzeitung.ch
Das Schweizerdeutsche Online-Wörterbuch: www.idiotikon.ch