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Lozärner Usdröck: «Häimlifäiss»

«Häimlifäisse» Zeitgenossen sind ganz anders, als sie scheinen: reich statt arm, hämisch statt schüchtern. Dafür liegt die Herkunft des Wortes genau dort, wo man sie vermutet.
Simon Mathis

Es gibt kaum ein Mundartwort so klangvoll wie «Häimlifäiss». Der Häimlifäiss sei «einer, der schön und brav tut, ohne schön und brav zu sein», erläutert der Luzerner Journalist Hans Kurmann in seinem Büchlein «Luzerner Typen in der Mundart». Häimlifäisse Zeitgenossen leben wie die Maden im Speck, wirken aber mittellos und erbarmenswert.

Das Wort lässt sich auch für verschlossene Menschen verwenden. Meist schwingt dabei ein Vorwurf mit. Mögliche Übersetzungen sind «heimtückisch» und «schadenfreudig». Die Herkunft des Begriffes lässt sich einfach ableiten. Er ist zusammengesetzt aus «häimlich» und «fäiss» (fett), wie sich im Mundartwörterbuch Idiotikon nachlesen lässt. Ursprünglich fand der Begriff bei Tieren Anwendung; etwa bei Ziegen, die unauffällig Fett angesetzt haben. Auch Menschen, die schwerer sind als sie aussehen, bezeichnete man als häimlifäiss.

Hans Kurmann schreibt, der Erfinder des Häimlifäiss könne nur ein Luzerner gewesen sein. Er denkt dabei an den typischen Laut «äi», der im Wort gleich zwei Mal auftaucht.

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