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Lozärner Usdröck: «Sä do!»

Die geheimnisvolle Silbe «Sä» war früher weit verbreitet – und multifunktional. In Luzern war vor allem die Aufforderung «Sä do!» bekannt. Wissen Sie, was sie bedeutet?
Simon Mathis

Was tun, wenn jemand «Sä do!» oder «Se do!» sagt? Ältere Personen werden sich noch an diesen Aufruf erinnern, während jüngere ihm wohl eher ratlos begegnen. Er heisst so viel wie «Da hesch!», «Da, nimm!» oder «Voilà!». Das Schweizerdeutsche Wörterbuch Idiotikon beschreibt die Bedeutung dieses «geheimnisvollen Kleinwortes» äusserst elegant: «die Handlung des Darreichens begleitend.» Ein Beispiel: Jemand drückt einem Freund einen Batzen in die Hand und sagt: «Sä do, und jetzt auf ins Wirtshaus!»

Die erste Silbe des Wortes stammt von einem alten germanischen Wort, heisst es im Idiotikon. Im Gotischen kannte man es als «sai» und im Althochdeutschen als «sē». Es bedeutete «nun denn» oder «wohlan». «Se» stand früher oft vor Aufforderungen, etwa in «Se, was hesch?» oder «Se du, hilf!». Oder eben «Sä do!», das sich nur holprig mit «Wohlan, hier!» übersetzen lässt.

In Luzern ist vor allem das «Sä do» bekannt, schweizweit gibt es zahlreiche andere Kombinationen mit «se». Zum Beispiel «sele» («Lasst uns schauen!»), «senewie» («Nun, wie?») und «senusedänn» («Also los jetzt!»). Wer mit «Sä do» mehrere Personen anspricht, kann übrigens auch «send do» sagen. Ein Partikel im Plural – das gibt’s heute definitiv nicht mehr, wie das Idiotikon anmerkt.

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