Kanada

Amokläufer richtet Blutbad an - er schoss aus falschem Polizeiwagen

In Kanada hat ein Mann während eines Amoklaufs mehrere Menschen erschossen, darunter eine Polizistin. Ein 51-jähriger Mann habe nach Polizeiangaben aus einem als Polizeiwagen getarnten Auto während der 12-stündigen Tat mindestens 13 Personen erschossen.

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Chris Leather, Kriminalbeamter der Royal Canadian Mounted Police, informiert über die Details des Amoklaufs, dem mehr als 13 Personen zum Opfer fielen.

Chris Leather, Kriminalbeamter der Royal Canadian Mounted Police, informiert über die Details des Amoklaufs, dem mehr als 13 Personen zum Opfer fielen.

KEYSTONE/AP/Andrew Vaughan

Die Tat ereignete sich an mehreren Orten in der Kleinstadt Portapique in der Provinz Nova Scotia. "Heute ist ein verheerender Tag für Nova Scotia, und er wird noch viele Jahre in den Köpfen bleiben", sagte Lee Bergerman, Chef der örtlichen Polizei. Es gebe keinen offensichtlichen Zusammenhang zwischen Täter und zumindest einigen seiner Opfer, das Motiv sei weiter unklar.

Die Ermittlungen befänden sich in einer frühen Phase, sagte Chris Leather, Kriminalbeamter in Nova Scotia. Berichte über Schüsse bei einem Haus in der kleinen Hafenstadt alarmierten die Polizei.

Gebäude in Flammen

"Als die Polizei eintraf, fanden die Beamten mehrere Verletzte innerhalb und ausserhalb des Hauses", sagte Leather weiter. Mehrere Gebäude in der Stadt hätten in Flammen gestanden und die Polizei habe sich ein Schussgefecht mit dem mutmasslichen Amokläufer geliefert. Während seiner Tat habe der Schütze einen Teil einer Polizeiuniform getragen.

Zum Motiv des Schützen machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Leather zufolge deutete vieles darauf hin, dass der tatverdächtige Mann das Blutbad plante, dabei aber auch Menschen, die er nicht kannte, Opfer wurden.

Frühe Hinweise auf die Tat

Schon Samstagnacht hatte die Royal Canadian Mounted Police Hinweise auf einen bewaffneten Angreifer erhalten. Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und ihre Türen abzuschliessen.

Die Behörde warnte vor einem Schützen, der möglicherweise eine Polizei-Uniform trage und mit einem Fahrzeug unterwegs sei, das einem Streifenwagen glich. Es kam zu einer stundenlangen Verfolgungsjagd. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sprach am Sonntag von einer "schrecklichen Situation".