Ein zweites Bondo soll es nicht geben

03. November 2017, 00:00

Graubünden In diesen Worten mag es an einem Informationsabend in Sedrun zwar niemand sagen, doch es ist allen klar: Was sich vor dem Bergsturz in Bondo ereignet hat, soll sich nicht wieder­holen. Die Rede ist vom Vorwurf mangelnder Information der Behörden über die möglichen Gefahren im Gebiet. Zur Erinnerung: Am 23. August kamen acht Berggänger in Bondo ums Leben, weil sie im Absturzgebiet unterwegs waren.

Gewaltig war auch der Bergsturz in der Val Strem vom 14. März im vergangenen Jahr. 225000 Kubikmeter Fels donnerten ins Tal. Und es besteht akute Gefahr, dass weitere 250000 Kubik­meter abbrechen. Deshalb haben die Behörden der Gemeinde Tujetsch beschlossen, die nach dem ersten Felssturz verhängte Sperrung des Tals auf unbestimmte Zeit zu verlängern, wie die «Südostschweiz» jüngst berichtete.

Hatte die Talsperrung vor dem Ereignis in Bondo noch Kritiker sonder Zahl auf den Plan gerufen, sind deren Stimmen seither verstummt. Zwar ist das Siedlungsgebiet von Sedrun nicht gefährdet, für Wanderer und Skifahrer, aber auch für Jäger und Landwirte ist die Situation vor Ort allerdings nach wie vor gefährlich – ein Felssturz ist laut Geo­logen jederzeit möglich. Aus diesem Grund werden nun sogar Barrieren aufgebaut, um die Sperrung des Tals physisch sichtbar zu machen. Ein schwacher Trost dabei, aber immerhin: Gemäss Kanton gibt es in Graubünden ausser der Val Strem und der Val Bondasca derzeit keine vergleichbaren Täler, die ebenfalls mit einer Sperrung belegt werden müssten. (bbr)


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