Ständerat kämpft weiter für Durchgangsbahnhof

10. November 2017, 00:00

Zentralschweiz Der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller sagt, er sei mit den «Entwicklungen und Zielsetzungen der SBB» grundsätzlich einverstanden. Er spricht von einem «Zwischenschritt für den Durchgangsbahnhof in Luzern». Dieser ist nicht Teil des Ausbauschrittes 2030/35, SBB-Chef Andreas Meyer sagte gestern aber, dass «Mittel reserviert sind, um den Tiefbahnhof Luzern weiter zu planen». Müller wertet das als «positives Zeichen». Er ist gewillt, weiter für das Grossprojekt zu kämpfen: «Wir überlassen nichts dem Zufall.» Der geplante Viertelstundentakt zwischen Zürich und Luzern sei eine «Riesenherausforderung, wenn der Bahnhof so bleibt, wie er ist». Die SBB müssten sicherstellen, dass der Regionalverkehr dadurch nicht beeinträchtigt werde.

Genügt ein Spurausbau?

Verkehrsplaner Paul Stopper hält nichts vom Tiefbahnhof. Er ist überzeugt, dass die Probleme in Luzern mit einem Ausbau am Rotsee auf zwei durchgehende Spuren und im Gütsch-Tunnel auf vier Spuren bei der Bahnhofszufahrt gelöst werden könnten. Zudem: «Der Durchgangsbahnhof wird nie finanziert werden», glaubt Stopper. Laut dem Bundesamt für Verkehr würde der Tiefbahnhof 3,34 Milliarden Franken kosten.

Dem widerspricht Müller. «Vier Spuren würden keine grossen Verbesserungen bringen, die Studien dazu sind alle gemacht», so der Ständerat. Diese zeigten, dass die Wirtschaftlichkeit nur mit dem Durchgangsbahnhof gegeben sei. «Wenn dem nicht so wäre, würde der Bund kein Geld in die Projektierung ­stecken», ist Müller überzeugt. Er sieht in der Zentralschweiz noch weiteren Handlungsbedarf. So würde er es begrüssen, wenn es mehr direkte Verbindungen ins Tessin geben würde. Heute müssen Passagiere zum Teil in Arth-Goldau umsteigen. «Dann ist aber auch modernes Rollmaterial nötig, so dass das Umsteigen auch behindertengerecht möglich ist», sagt Müller.

Als weitere langfristige Projekte bringt Müller eine Bahnverbindung zwischen Willisau und Nebikon ins Spiel, von der man «schon länger träumt». Auch eine Reaktivierung der Sursee-Triengen-Bahn hält der Luzerner Ständerat für denkbar, damit das S-Bahn-Netz sinnvoll ergänzt werden könne. (dlw)


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