Das Bündner Teillohnmodell

19. November 2016, 00:00

Im Kanton Luzern sind drei von zehn Flüchtlingen im Erwerbsleben, im Kanton Graubünden sechs von zehn. Das liegt einerseits am hohen Angebot von niederschwelligen Arbeitsstellen im Tourismuskanton. Andererseits gibt es seit knapp drei Jahren kantonsweit ein Teillohnmodell. Die Idee: Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene können während maximal dreimal sechs Monaten zu einem tieferen als dem branchenüblichen Lohn arbeiten. Entlöhnt werden sie während des ersten Drittels zu einem Praktikumslohn, vergleichbar mit dem ersten Lehrjahr. Das zweite Drittel entspräche dem zweiten Lehrjahr (maximal 700 Franken), das dritte 70 Prozent des branchenüb­lichen Lohnes, maximal 2500 Franken. Den Restbetrag bis zum Existenz­minimum zahlen die Gemeinden dazu. Zum Modell gehören Jobcoaching und Sprach­förderung.

Der Kanton St. Gallen will das Bündner Teillohnmodell nächstes Jahr probeweise einführen. Der Luzerner Regierungsrat Guido Graf schliesst ein solches Modell nicht aus. Allerdings müssten die Arbeitgeber nach einer gewissen Zeit zu Anpassungen verpflichtet werden, um Lohndumping zu vermeiden. (avd


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