Didier Burkhalter betont die Chancen der Schweiz

HOCHDORF ⋅ Der Aussenminister hielt anlässlich eines Podiums von «Luzern diskutiert» ein Referat. Dabei zeigte er sich von seiner humorvollen Seite – auch bezüglich des neuen US-Präsidenten.

17. November 2016, 00:00

«Die Schweiz als Chance»: Dieses Thema stand gestern Abend bei einem Podiumsgespräch von «Luzern diskutiert» im Kulturzentrum Braui in Hochdorf im Mittelpunkt. Das Hauptreferat hielt vor rund 400 Besuchern Bundesrat Didier Burkhalter. Am Podium diskutierten Flavia Kleiner (Co-Präsidentin Operation Libero), Adrian Pfenniger (CEO Trisa AG) und Hugo Fasel (Direktor Caritas Schweiz). Ebenfalls gehörte mit der politikinteressierten Franziska Fink eine 17-jährige Schülerin der Kanti Seetal zu den Teilnehmern.

Bundesrat Didier Burkhalter ging es bei seinem Referat um eine Schweiz, die genauso Chancen für ihre Einwohner wie für die Welt biete. Er zeigte auf, welche Rolle die Schweiz in der Weltpolitik einnehmen kann. Konkret sprach er von der Stärkung der Beziehungen mit EU und Nachbarstaaten, vom weiteren Ausbau der globalen Partnerschaften, der Weiterentwicklung des Engagements für Frieden und Sicherheit und vom Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung und Wohlstand.

«Nicht zu früh alles beurteilen»

Aufgrund der Entwicklungen in der Türkei sprach der Aussenminister auch über die Situation in diesem Land. Er sagte: «Wir wollen offene und direkte Gespräche führen.» Isolieren sei keine Lösung. Mit Blick auf die USA betonte er die enge Zusammenarbeit auf den Gebieten Wirtschaft, Wissenschaft, Frieden und Sicherheit. Und was den neuen Präsidenten Donald Trump betrifft, mahnte Burkhalter: «Man soll nicht zu früh alles beurteilen.» Nicht alles, was im Wahlkampf gesagt wurde, dürfe für bare Münze genommen werden. Scherzhaft fügte er hinzu, man habe bezüglich Trump noch einige Trümpfe in der Hand.

Das anschliessende Podiumsgespräch wurde von Jérôme Martinu, Chefredaktor unserer Zeitung, geleitet. Er wollte wissen, wo die Teilnehmer die grössten Chancen der Schweiz sehen und wie sie unser Land auf einer Skala von 1 bis 10 bezüglich Offenheit beurteilen. Kantischülerin Franziska Fink strich als Vertreterin der Jugend die Bildung heraus und gab der Schweiz eine Fünf. Adrian Pfenniger unterstrich die gesunde Arbeitsmoral, die politische Sicherheit sowie die Wertschöpfung generierende Produktion. Aus der wirtschaftlichen Perspektive betrachtet gibt er der Schweiz eine Note zwischen 8 und 9. Flavia Kleiner von der Operation Libero sieht die Schweiz als «Chancenland des 21. Jahrhunderts», und sie beurteilt den Offenheitsfaktor mit 7,5. Hugo Fasel schliesslich hob ebenfalls die Bildung sowie die «extreme Innovationskraft» hervor. Aus wirtschaftlicher Sicht gibt er der Schweiz eine 9 bis 10, «manchmal sogar eine 11». Bezüglich Integration sieht es für ihn hingegen düsterer aus. «Eine 6, aber es wird schlechter.»

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch


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