«Er war ausserordentlich liebenswürdig»

TODESFALL ⋅ Der frühere TV- und Radiomoderator Kurt Zurfluh ist tot. Der 67-jährige Weggiser starb auf einer Reise in Kuba an einem akuten Herzversagen. Frühere Arbeitskollegen und Freunde teilen ihre schönsten Erinnerungen.
18. April 2017, 00:00

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Sein Sprung in den Vierwaldstättersee nach einer gewonnenen Wette bleibt wohl sein bekanntester Fernsehauftritt. Acht Ruderer hatten gerade ein 320 Tonnen schweres Dampschiff 30 Meter weit gezogen und somit die Aussenwette bei «Wetten, dass...?» gewonnen. Um den Ruderern persönlich zu gratulieren, sprang Kurt Zurfluh 1986 in Luzern spontan ins kalte Wasser. Nun ist der ehemalige Fernseh- und Radiomoderator tot. Während seiner Ferien in Kuba verstarb Zurfluh am Samstag 67-jährig an einem akuten Herzversagen, wie sein früherer Arbeitgeber, das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), berichtete.

Sein unerwarteter Tod stimmt ehemalige Arbeitskollegen und Freunde traurig. «Kurt war ein sehr geselliger Mensch, hat auch gerne mal einen Jass geklopft», erinnert sich etwa Ländlerkönig Sepp Trütsch. «Und er war der Liebling aller Schwiegermütter», ergänzt er schmunzelnd. Trütsch und Zurfluh wuchsen gemeinsam auf und absolvierten auch ihren Militärdienst zusammen. Anfang der 80er-Jahre reiste Trütsch für eine Fernsehproduktion nach Mauritius. Kurzerhand nahm er seinen Freund Kurt Zurfluh mit. Sie bereisten das Land, wurden vom Staatsoberhaupt empfangen und dinierten im Meer. «Wir machten eine Sendung über die einheimische Musik von Mauritius und erlebten eine einmalige Zeit zusammen», schildert Trütsch seine schönste Erinnerung.

«Begnadeter Moderator und Journalist mit Leib und Seele»

Auch Karin Portmann, Journalistin beim «Regionaljournal Zentralschweiz» von SRF, trauert um einen Freund. 15 Jahre lang haben sie und Kurt Zurfluh im gleichen Team gearbeitet, bis er sich 2012 vorzeitig pensionieren liess. Aber auch danach realisierte er noch ab und zu Beiträge für SRF Musikwelle und war im Radiostudio anzutreffen. Als «begnadeten Moderator und Journalisten mit Leib und Seele» beschreibt ihn Portmann, «stets professionell und fair». Auch seine gesellige Art habe das Studio Luzern geprägt. «Wenn es etwas zu feiern gab, dann feierten wir. In einer Ansprache an unser Team sagte Kurt einmal: ‹Ihr seid auch ein bisschen meine Familie.›» Und wenn er jeweils aus den Ferien in seiner zweiten Heimat Thailand zurückkehrte, standen überall in der Redaktion Orchideen. «Da wussten wir: Kurt ist wieder da», sagt Portmann. Die beiden Journalisten verband nicht nur die Arbeit, sondern auch eine Freundschaft bis zu seinem Tod. «Kurt war ein ausserordentlich liebenswürdiger und hilfsbereiter Mensch. Er war immer aufgestellt und hatte trotz seiner grossen Bekanntheit nie Allüren, auch nicht gegenüber jungen Journalisten.»

Davon profitierte auch Seppi Odermatt. Der OK-Präsident des Heirassa-Festivals in Weggis wollte als junger Mann Journalist werden. Also schrieb er seinem Vorbild Kurt Zurfluh einen Brief. Prompt meldete sich dieser, und sie vereinbarten ein Treffen. Zurfluh wurde sein Mentor, führte Odermatt zum Journalismus. Mit der Zeit entstand aus der beruflichen Beziehung auch eine freundschaftliche. «Kurt war mir ein lieber Freund. Wir haben viel gemeinsam gemacht, sind zusammen in die Wanderferien oder haben verschiedene Konzerte besucht», erinnert sich Odermatt.

«Er war durchwegs ein Profi, wollte kompetent Auskunft geben»

Auch der Humor kam bei Zurfluh nicht zu kurz. Er habe immer einen Spruch auf den Lippen gehabt, sagt Odermatt und ergänzt: «Er konnte auch gut über sich selbst lachen.» Beruflich erlebte Odermatt Zurfluh als «äusserst fachkompetent, zuverlässig und als Profi durch und durch». Er habe sich immer bis ins kleinste Detail auf Moderationen und Sendungen vorbereitet. «Kurt wollte immer fundiert Auskunft geben können.»

Das kann Jodlerin Silvia Rymann, die Tochter von Jodlerlegende Ruedi Rymann, bestätigen. Oft wurde sie von Zurfluh interviewt: «Seine Fragen waren immer kompetent, interessant und sachlich. Er war stets gut vorbereitet und verstand den Jodelgesang ausgezeichnet.» Auch seine positive, humorvolle und gesellige Art habe sie immer wieder beeindruckt.


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