Exponierter Föhrenhang in Flammen

12. April 2017, 00:00

Gersau Oberhalb der Gemeinde Gersau ist am Montagabend um 23 Uhr ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer erfasste eine Fläche von 50 mal 200 Metern. Die Brandstelle liegt im Totenlauizug, einem Steilhang gut einen Kilometer östlich des Dorfs und ist sehr schwer zugänglich. Der auffrischende Wind machte den Einsatzkräften zusätzlich zu schaffen.

Rund 100 Personen der Feuerwehren von Gersau, Brunnen und Schwyz ­waren ausgerückt. Auch der Rettungsdienst Schwyz kam sicherheitshalber vor Ort, glücklicherweise wurde aber niemand verletzt. In der Nacht auf Dienstag stand auch das Schwyzer Polizeiboot im Einsatz.

Der Brand konnte bis gestern in der Früh mehrheitlich eingedämmt werden. Doch damit war der Einsatz noch längst nicht abgeschlossen: Auch gestern Abend kämpften noch Feuerwehrleute gegen das Feuer. Bei der Bekämpfung der zahlreichen Brandnester standen seit gestern Morgen und bis zur Dämmerung überdies zwei Armeehelikopter sowie ein ziviler Helikopter im Einsatz. Zwei der Helikopter warfen Löschwasser über den zahlreichen Brandnestern ab. Der dritte Helikopter war mit einer Wärmebildkamera ausgestattet und half, Brandherde aufzuspüren.

Wegen der Brandursache laufen Ermittlungen

Wie es zum Feuer kam, ist noch unklar. «Wir haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen», sagte der Mediensprecher der Kantonspolizei Schwyz, Florian Grossmann, auf Anfrage. Hinweise auf Brandstiftung gebe es derzeit keine.

Im Gegensatz zu den Kantonen Luzern, Zürich und Obwalden werde der Kanton Schwyz die Gefahrenstufe für Waldbrände zurzeit nicht erhöhen, da es im März relativ viele Niederschläge gegeben habe, sagt der Vorsteher des Amtes für Wald und Naturgefahren des Kantons Schwyz, Theo Weber. Trotzdem hält er fest: «Die Trockenheit und das sonnige Wetter der letzten Tage haben die Gefahr für Waldbrände erhöht.»

Zudem sei das Gebiet, in dem der Waldbrand ausbrach und das hauptsächlich aus Föhrenwald bestehe, generell sehr anfällig. Schon nach einer kurzen Dürrezeit bestehe akute Brandgefahr. Die Felsen in diesem Gelände würden die Sonnenstrahlen zusätzlich auf das dürre Gras reflektieren. «Da ist es 30 Grad heiss und mehr», so Weber weiter. Zudem gebe es etliche Löcher, in denen sich über Jahre trockenes organisches Material angesammelt habe. Laut Weber ist es gut möglich, dass sich das Feuer an so einem Ort in den Boden gefressen hat. «Das Gebiet muss sicher bis Ostern beobachtet werden», sagt Theo Weber. Danach sollte es wieder Niederschläge geben. (sz/gh)


Leserkommentare

Anzeige: