Kameras schlugen bei Badeunfall nicht Alarm

LUZERN ⋅ Der Vierjährige, der am Sonntag im Luzerner Hallenbad verunfallte, ist gestern gestorben. Bei solchen Unfällen könnten die dort installierten Unterwasserkameras helfen – das System funktioniert aber noch nicht zuverlässig.

13. Oktober 2016, 00:00

Der Knabe, der am Sonntag im Luzerner Hallenbad verunfallte, ist gestern Morgen im Spital verstorben. Wie die Luzerner Polizei mitteilt, sei der Vierjährige in das Lernschwimmbecken gesprungen, als sein Vater, der noch mit seinem anderen Kind im Hallenbad war, einen Moment unaufmerksam war. Nach einiger Zeit wurde das Kind von einem der beiden anwesenden Bademeister und später vom Rettungsdienst reanimiert (gestrige Ausgabe). Die genauen Umstände des Unfalls sind unbekannt. Die Staatsanwaltschaft Luzern hat wie üblich die Ermittlungen aufgenommen. Sie dürfte dann auch die Frage nach der Haftung klären.

Das Wasser im Lernschwimmbecken war zum Unfallzeitpunkt wie gewohnt zwischen 65 und 125 Zentimeter tief. Der Wasserstand kann in diesem Becken mittels absenkbaren Bodens bis auf 135 Zentimeter ansteigen. Dies sei mit einer digitalen Anzeige auch so deklariert, erklärt Karin Eisserle, Leiterin Kommunikation der Hallenbad Luzern AG, auf Anfrage. Das Sicherheitsdispositiv werde laufend überprüft. Unter anderem gibt es im Becken Unterwasserkameras, die einen reglosen Körper im Wasser erkennen und Alarm schlagen könnten. «Technisch ist das System noch nicht zuverlässig genug, um sitzende und ertrinkende Personen zu unterscheiden, was die Nutzung erschwert», so Eisserle. Das System sei noch in der Entwicklungsphase. Recherchen zeigen aber, dass das System andernorts bereits in der Praxis funktioniert – auch in Nichtschwimmerbecken.

Gemäss der Schweizeri­-_schen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) sollten Eltern ihre Kinder nie alleine ins Wasser lassen und Kleinkinder sogar in Griffnähe halten. (jon)


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