Wirtschaftsförderer tritt vorzeitig ab

11. März 2017, 00:00

Luzern Am 28.Februar 2018, seinem 64. Geburtstag, hängt Walter Stalder seinen Job als Direktor der Wirtschaftsförderung an den Nagel. Er sei kein Sesselkleber und habe dem Stiftungsrat schon mit 60 mitgeteilt, ein Jahr vor der Pensionierung aufhören zu wollen, sagt Stalder. Deshalb werde die Suche nach einem Nachfolger schon jetzt eingeleitet. Das entsprechende Stelleninserat wurde gestern veröffentlicht.

Ganz aus dem Berufsleben verabschiedet sich Stalder, der die Stelle als Direktor der Wirtschaftsförderung im April 2006 antrat, in knapp einem Jahr jedoch nicht. Er will eine Beratungsfirma gründen und auf Mandatsbasis weiterarbeiten. «Ich kann nicht augenblicklich von einem 150-Prozent-Job auf Nichtstun umschalten», sagt der in Eschenbach Wohnhafte. Er freue sich auf mehr Freizeit und auf Reisen mit seiner Frau – «sie ist noch genauso fit wie ich».

Firmen finanzieren mehr als die Hälfte des Budgets

Als grössten Erfolg seiner Tätigkeit bezeichnet Stalder die weit über den damaligen Erwartungen liegenden Ergebnisse. Vor allem sei es ihm gelungen, die Wirtschaft einzubinden. «Als ich anfing, erwartete man von den Firmen einen Beitrag von jährlich 300000 Franken. Heute sind es rund 1,2 Millionen», rechnet der umtriebige Stalder vor. Den Rest des etwas mehr als 2,2 Millionen Franken umfassenden Budgets bestreiten der Kanton Luzern (675000 Franken) und die Gemeinden (380000 Franken).

An einen grössten Misserfolg kann sich Stalder nicht erinnern. «Natürlich ist nicht immer alles nach Wunsch verlaufen. Doch ich weiss von keinem Fall, von dem ich sagen müsste: ‹Stalder, da hast du versagt.›»

Strategiewechsel: Hiesige Firmen besser betreuen

Klar ist für den obersten Luzerner Wirtschaftsförderer, welches Profil sein Nachfolger erfüllen muss: «Er muss als Luzerner für Luzerner viel Herzblut zeigen, nur für seine Aufgabe da sein, seriös arbeiten, das Team motivieren – es darf ihm nichts zu viel sein.»

Die Wirtschaftsförderung siedelt pro Jahr zwischen 20 und 30 neue Firmen an. Im Juni des letzten Jahres entschied sie, sich stärker um die Betreuung der ansässigen Unternehmen und der Gemeinden zu kümmern. Stalder begründete den Strategiewechsel damals mit einer landesweiten Entwicklung: Es harze mit der Ansiedlung neuer Firmen. (nus)


Leserkommentare

Anzeige: