Das schönste Dorf der Schweiz könnte in Luzern liegen

WETTBEWERB ⋅ Die «Schweizer Illustrierte» hat einen besonderen Schönheitswettbewerb lanciert und sucht unter 50 nominierten Dörfern das attraktivste. Auf den Sieg hoffen können auch Menzberg, Romoos und Schwarzenberg.
11. Mai 2017, 00:00

Die Schweiz ist voller herziger Dörfer. Doch welches ist das Allerschönste? Genau das will derzeit die «Schweizer Illustrierte» wieder herausfinden. Auch die Zentralschweiz mischt im Kampf um den Preis mit: Von 50 nominierten Gemeinden kommen sieben aus unserer Region – drei davon liegen im Kanton Luzern: Romoos, Menzberg und Schwarzenberg. Die weiteren Zentralschweizer Kandidaten sind Gurtnellen UR, Isenthal UR, Melchtal OW und Oberrickenbach NW.

Besonders Dörfer weit weg von der Stadt scheinen es also der Jury angetan zu haben. Auch Menzberg, Romoos und Schwarzenberg sind allesamt idyllische, naturnahe Dörfer, die bei Städtern besonders für ihre Ruhe, für ihre Wanderwege oder Bike-Strecken bekannt sind – und weniger für grosse Touristenströme. Ob diese Gemeinden eine wirkliche Chance haben, ist aber, gerade wegen ihres ländlichen Standorts, fraglich. Stefan Regez, Co-Chefredaktor der «Schweizer Illus­trierten», sieht nämlich touristenreiche Gemeinden im Vorteil. «Die Erfahrung zeigt, dass beim Publikumsvoting meist Dörfer gewählt werden, die touristisch bekannt sind», erklärte er gegenüber dem «St.Galler Tagblatt».

In den nominierten Dörfern kommt die Aktion selbstredend gut an. So auch bei Willi Pfulg, Gemeindepräsident von Romoos: «Ich freue mich sehr, dass unser Dorf nominiert ist. Nun werden wir im Gemeinderat zusammensitzen, um Massnahmen zu diskutieren, die unsere Chancen noch erhöhen könnten.» Er selber habe seine Stimme auf der Wettbewerbs-Homepage (www.dasschoenstedorf.ch) bereits abgegeben.

Prominente Jury wählte die nominierten Dörfer aus

Bei der Vorauswahl der 50 Dörfer setzt die Zeitschrift auf eine prominente Jury: den Zuger Moderator Nik Hartmann, die Bündner Moderatorin Annina Campbell, die Westschweizer Moderatorin Mélanie Freymond und den Tessiner Sänger Sebalter. Jede Sprachregion stellt somit ein Mitglied. Je nach Grösse ihres Gebiets durften die Jurymitglieder eine gewisse Anzahl Dörfer nominieren. Nik Hartmann lieferte als Verantwortlicher für die deutsche Sprachregion 24 Vorschläge. «Die Auswahl der Dörfer ist keine wissenschaftliche Arbeit. Ich habe mich vielmehr auf mein Bauchgefühl verlassen», sagt der beliebte Moderator. Ein unumstössliches Kriterium gab es allerdings doch: Nominiert werden durften nur Dörfer mit höchstens 3000 Einwohnern.

Letztes Jahr schwang Morcote oben auf

Das Publikumsvoting läuft noch bis zum 23. Mai. Danach kommen die erfolgreichsten zwölf Dörfer in den Final. Nach dem zweiten Voting steht am 8. September «das schönste Dorf der Schweiz 2017» fest. Es wird den Titel vom Tessiner Dorf Morcote erben, das 2016 erfolgreich war, und ein Jahr lang voller Stolz tragen dürfen.

Sebastian Hofer

sebastian.hofer@luzernerzeitung.ch

«Bei der Auswahl habe ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen.»

Nik Hartmann

Jurymitglied


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