Fast 18000 Ärzte stellen Grundversorgung sicher

11. April 2018, 00:00

Gesundheitswesen Im schweizweiten Vergleich ist eine Gruppenpraxis wie das zukünftige Gesundheitszentrum Mattenhof in Kriens immer noch in der Minderheit: Beinahe drei Viertel aller Arztpraxen hierzulande werden immer noch als Einzelpraxen geführt. Der Rest ist als Gruppenpraxis organisiert, in der mehrere Ärzte arbeiten, die sich Infrastruktur und Personal teilen. Fast ein Drittel der Ärzte hat ein ausländisches Diplom. Dies sind Erkenntnisse aus erstmals erhobenen Strukturdaten von Arztpraxen und ambulanten Zentren des Bundesamts für Statistik (BFS), die gestern publiziert worden sind.

Im Analysejahr 2015 zählte die Schweiz im ambulanten Bereich – also ausserhalb des Spitalsektors – insgesamt 14217 Standorte. In diesen Praxen und ambulanten Zentren waren knapp 17600 Ärztinnen und Ärzte tätig.

Angebote von Spital und Praxis nähern sich an

Aus der Erhebung geht auch hervor, dass sich das Angebot der Hausärzte zunehmend mit demjenigen der Spitäler überlappt: 48 Prozent der Praxis-Standorte erbrachten spezialmedizinische Leistungen. 37 Prozent bieten medizinische Grundversorgung an, 16 Prozent beides. Die Standorte mit medizinischer Grundversorgung behandelten laut BFS am meisten Patienten.

Gesundheitspraxis-Ketten wie jene der Migros-Tochter Medbase mit aktuell 47 Standorten sind noch immer die Ausnahme: Die meisten Arztpraxen und ambulanten Zentren umfassen nur einen Standort. 91 Prozent sind als Einzelunternehmen eingetragen. 5 Prozent sind als Aktiengesellschaft und 2 Prozent als Gesellschaft mit beschränkter Haftung organisiert.

Rund die Hälfte aller 3540 Gruppenpraxen in der Schweiz verfügt über zwei Standorte, ein Viertel davon zählte vier oder mehr Praxen.

90 von 100 Franken Ertrag für Aufwanddeckung

Von 100 Schweizer Franken, die als Einzelunternehmen organisierte Arztpraxen mit ihren medizinischen Leistungen, Medikamenten oder Analysen erwirtschafteten, wurden laut der Erhebung im Durchschnitt 72 Franken für die Deckung des Aufwands verwendet. Arztpraxen und ambulante Zentren mit einer anderen Rechtsform weisen höhere Aufwände aus. Im Durchschnitt flossen 90 von 100 erzielten Schweizer Franken in die Deckung der Betriebskosten.

Marc Benedetti

marc.benedetti@luzernerzeitung.ch


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