Für Kulturschaffende ist die Luzerner Finanzpolitik filmreif

05. Dezember 2017, 00:00

Sparmassnahmen Die Luzerner Kantons- und Regierungsräte sind gestern Vormittag mit Blitzlichtgewitter und einem roten Teppich empfangen worden – als unfreiwillige Hauptdarsteller eines Filmprojekts. Nicht alle fühlten sich allerdings wohl im Rampenlicht – was insofern wenig erstaunt, als es sich um eine weitere Intervention der Kunstaktion #sichtbarmachung handelte.

Nicht nur Unmut gegenüber der kantonalen Finanzpolitik begleitet jede dieser Aktionen. Nein, auch Kälte scheint dazuzugehören – egal, ob die Kulturschaffenden beim Inseli dem See entsteigen und klitschnass zum KKL marschieren, vor dem Regierungsgebäude in die Reuss abtauchen («Damit die Kultur nicht baden geht»), oder wie gestern vor der Kantonsratssession den roten Teppich ausrollen. Mit einem Cüpli und frenetischem Beifall für die Stars haben die Luzerner Kulturschaffenden die Politiker empfangen. Während die Ratslinke der Aktion viel Sympathie entgegenbrachte, war einigen bürgerlichen Kantonsräten der Gang über den Teppich sichtlich unangenehm.

Ziel: 120000 Franken in zwei Monaten

Dabei wird gerade ihnen im neuen ­Projekt der Kulturschaffenden eine besondere Rolle zuteil: Das «Kollektiv von besorgten Bürgerinnen oder Bürgern», wie sich die Kulturschaffenden nennen, hat am Montag ein Crowdfunding für eine Filmrecherche mit dem Arbeitstitel «Luzern – der Film» gestartet. «Wir sammeln Geld für ein Auftragswerk, einen Dokumentarfilm über die kantonale ­Finanzpolitik der letzten sechs Jahre», sagte Schauspieler Manuel Kühne aus Emmenbrücke. «Wir verfolgen ein hehres Ziel: Bis zum 5. Februar 2018 wollen wir mindestens 120000 Franken zusammenbringen.» Wie die Initianten schreiben, soll der Film «einen Beitrag zur Meinungsbildung für die kantonalen Wahlen im Frühling 2019 leisten». Das Werk soll «Antworten auf die drängendsten Fragen zur Luzerner Steuerpolitik liefern», heisst es in der Mitteilung weiter. Der Film will alle Seiten zu Wort kommen lassen – die Verantwortlichen, die Betroffenen und ebenso ­neutrale Beobachter der Finanzpolitik. Mehr Infos dazu gibt es auf der Luzerner Webplattform funders.ch.

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung


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