Kultur: Sparen sorgt für Kritik

08. Juli 2017, 00:00

Kantonsfinanzen «Wir sind sehr empört und enttäuscht über diesen Entscheid», sagt Dshamilja Schurtenberger, Sprecherin des Zentralschweizer Jugendsinfonieorchesters. Sie bezieht sich auf den gestern kommunizierten Beschluss der Luzerner Regierung, die jährlichen Ausschreibungen der selektiven Produktionsförderung zu streichen. Man habe mit dem Geld gerechnet, sagt Schurtenberger: «Wir gingen davon aus, dass wir bis zu 6000 Franken erhalten könnten.» Damit wollte sich das Jugendsinfonieorchester einen Wunsch erfüllen: eine Tonträgerproduktion des Projekts «Aus der Neuen Welt». Schurtenberger ist verärgert: «Eine vorbildliche Kulturförderung muss sich auch für kleine Institutionen einsetzen dürfen.» In den nächsten beiden Jahren spart der Kanton je 800000 Franken bei der Kulturförderung – die grossen Institutionen wie etwa das Luzerner Theater sind davon nicht betroffen. Ohne Lockerung der Schuldenbremse würde eine weitere Million fehlen.

Kritik an den Sparmassnahmen übt auch der Berufsverband der Freien Theaterschaffenden. Die Einsparungen, die teils bereits 2017 betreffen, liessen «jegliches Feingefühl oder Verständnis» gegenüber den Theater- und Kulturschaffenden vermissen. Das Signal sei «fatal und geht in die falsche Richtung». Die Klassifizierung zwischen grossen Kulturbetrieben und kleinen Institutionen sei unverständlich. (kuy)


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