Lohn des Chefs bleibt geheim

16. September 2017, 00:00

Jahresbericht 300000 Franken: Etwa so viel soll Walter Stalder, Direktor der Wirtschaftsförderung Luzern, verdienen. Das wäre ein um rund 50000 Franken höheres Salär als das eines Luzerner Regierungsrates. Genannt wurde diese Zahl am Dienstag während der Budgetdebatte vom Grünen Andreas Hofer. Er habe dies «gehört», sagte der frühere Kantonsratspräsident. Korrigiert wurde die genannte Summe weder von Finanzdirektor Marcel Schwerzmann noch von Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Robert Küng, dem Vizepräsidenten des Stiftungsrats, also dem obersten Führungsorgan der Wirtschaftsförderung. Auf Anfrage sagt Küng, die von Hofer kolportierte Zahl stimme nicht. Er und Marcel Schwerzmann hätten diese im Parlament nicht richtiggestellt, weil es um die Kürzung der Kantonsgelder und nicht um die Höhe des ­Direktorensalärs gegangen sei. Auch Stiftungsratspräsident Erwin Steiger sagt, die von Hofer genannte Zahl sei «falsch».

Wie sich die jährlichen Per­sonalkosten von 1,06Millionen Franken (siehe Grafik) auf die 600Stellenprozente und insbesondere auf den Direktor verteilen, kommunizieren Steiger und Küng nicht. Das müssen sie auch nicht: Bei Stiftungen ist die Offenlegung der einzelnen Löhne nicht vorgeschrieben. Das möchte SVP-Fraktionschef Guido Müller ändern, am liebsten im Organisationsgesetz, über das der Kantonsrat am Montag diskutieren wird. Müller wünschte sich eine Ausdehnung der Offenlegungspflicht betreffend Löhne für Leitungsorgane von Organisationen mit kantonaler Beteiligung auf sämtliche Institutionen und Betriebe, die Kantonsgelder erhalten. Also zum Beispiel auf die Wirtschaftsförderung. (nus)


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