Migration: Zahl der Rekurse stabil

10. Juni 2017, 00:00

Luzern Das Luzerner Migrationswesen war durch die Flüchtlingskrise gefordert – hat aber laut offiziellen Zahlen nicht mehr Rekurse auf sich gezogen als in den Jahren zuvor. 2014 fällte das Amt für Migration (Amigra) in Luzern 766 negative Entscheide im Bereich des Ausländergesetzes. Davon wurden 62 angefochten. Ein Jahr später hatte sich die Anzahl der Ablehnungen um 50Prozent gesteigert. Die Zahl der Rekurse blieb mit 65 aber in etwa im selben Bereich. Dadurch sank die Rekursquote von vorher 8 Prozent zwischenzeitlich auf 5Prozent. 2016 pendelte sie sich wieder bei 9 Prozent ein, bei 1295 Entscheiden und 117 Rekursen.

Übrigens: Meist sind die Rekurrenten erfolglos. Letztes Jahr zum Beispiel erhielt das Amigra in 103 von 112 Fällen Recht.

Zürich: Jahr für Jahr mehr Rekurse

Dass diese Zahlen keine Selbstverständlichkeit sind, zeigt sich am Beispiel des Kantons Zürich. Dort sind Migrationsanwälte im Clinch mit der Behörde. Insgesamt wurde gegen rund ein Drittel aller ausländerrechtlichen Entscheide rekurriert.

2014 lag die Zahl der Rekurse bei der entsprechenden Abteilung der Sicherheitsdirektion noch bei gut 500 im Jahr. 2015 waren es bereits 807 Rekurse, und auch im letzten Jahr blieb die Zahl mit 761 Rekursen hoch. Auch die Anzahl pendenter Fälle hat sich mehr als verdoppelt.

Anwälte erklären sich den Anstieg etwa damit, dass das Amt für Migration die Kriterien, die erfüllt sein müssen, deutlich verschärft hat. Der Sprecher der Zürcher Sicherheitsdirektion, Urs Grob, sagt hingegen, dass oftmals «wenig erfolgversprechende» Mittel eingesetzt würden, einzig mit dem Ziel, den Aufenthalt eines Klienten in der Schweiz mittels aufschiebender Wirkung zu verlängern. (mod)


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