Orgelbauer sind in Luzern derzeit gefragt

03. Oktober 2017, 00:00

Kirchenmusik Die Hersteller von aufwendigen Orgeln, die durch Pfeifen zum Klingen gebracht werden, haben im Kanton Luzern gerade allerhand zu tun: Nachdem vergangene Woche das Instrument im KKL für 300000 Franken mit einem modernen, mobilen Spieltisch ausgestattet wurde (Ausgabe vom 29. Oktober), fand sich kürzlich eine nicht alltägliche Ausschreibung im Luzerner Kantonsblatt. Die Hochschule Luzern ruft nach Offerten für den Bau einer Orgel am Standort Südpol in Kriens. Olivia Kleiner, zuständig für die Beschaffung, erklärt: «Mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten entsteht der Bedarf für neue Übungsinstrumente.» So seien einige der bisherigen Orgeln nicht mehr auf dem aktuellen Stand und müssten aufwendig saniert werden, was sich offenbar nicht lohnt.

Bei der Anschaffung einer Orgel, die auch für kleinere Konzerte am neuen Standort Südpol genutzt werden soll, geht es der HSLU auch um den guten Ruf. «Die Hochschule Luzern hat eine lange Tradition in der Kirchenmusik», sagt Kleiner. Um die bestmögliche Infrastruktur für talentierte Orgelmusiker anzubieten, gehört dazu eben auch ein attraktives Instrument für künftige Profis. Kann man aber dafür nicht einfach bestehende Instrumente in den Kirchen nutzen? Eine Zusammenarbeit mit den Kirchen bestehe zwar, die Musikschüler benötigten aber eigene Instrumente, so Kleiner.

20000 Franken pro Register

Bei Orgeln hat auch ein Übungsinstrument seinen Preis: Ein einzelnes Register – das eine der vielen Klangfarben einer Orgel abdeckt – kostet etwa 20000 Franken. Wie viele Register die Orgel braucht, hängt davon ab, was auf ihr gespielt werden soll. Eine gängige Kirchenorgel kommt mit etwa 20 Registern aus. «Die Anzahl Register können wir noch nicht beziffern. Wir warten ab, was uns die Orgelbauer vorschlagen werden.»

Das Interesse sei gross. «Bisher wurden die Unterlagen schon 16 Mal bezogen.» Mit einer möglichst offen verfassten Ausschreibung sollen auch internationale Orgelbauer die Möglichkeit erhalten, ihre Offerte einzureichen – Luzerner Orgelbauer wie etwa die bekannte Goll AG, die auch den Ausbau im KKL vorgenommen hat, dürfen nicht bevorzugt werden.

Bis Mitte Oktober können die Anträge eingereicht werden. «Dann haben die ausgewählten Anbieter bis Anfang 2018 Zeit, ein detailliertes Angebot auszuarbeiten.» Die Vergabe ist im April 2018 geplant. Idealerweise sei die Orgel mit der Eröffnung des Standorts Kriens im Sommer 2019 schon bereit. Ein sportlicher Fahrplan: Der Bau dauert schätzungsweise 18 Monate. Die Finanzierung der Orgel erfolgt über das reguläre Budget der HSLU.

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schornoz@luzernerzeitung.ch


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