Zwei Versicherer spannen zusammen

UMZUG ⋅ Die Suva baut für 60 Millionen Franken im D4 in Root ein weiteres Wohn- und Geschäftshaus. Hauptmieterin wird die CSS – sie will am neuen Standort diverse Aussenbüros zusammenlegen.
07. November 2017, 00:00

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Demnächst wird das D4 Business Village in Root um den weiteren Bürokomplex «Square One» erweitert. Die Bauarbeiten für das seit längerem geplante Gebäude an der Nordostseite sollen im ersten Quartal des kommenden Jahres beginnen, Ende 2019 soll es bezugsbereit sein. Dies teilte der Unfallversicherer Suva, dem das Grundstück gehört, gestern mit. Insgesamt investiert er in das Projekt 60 Millionen Franken.

In der Mitteilung lüftet die Suva ausserdem das Geheimnis, wer einen Teil der neuen Räume beziehen wird: «Als Ankermieterin konnte die Suva die CSS- Versicherung gewinnen. Sie wird rund 3500 Quadratmeter der Bürofläche nutzen», heisst es darin. Dies entspricht rund einem Drittel der Fläche, insgesamt umfasst das sechsstöckige Gebäude 10820 Quadratmeter Bürofläche und 36 Wohnungen in den oberen Geschossen (total 15000 Quadratmeter). Welches die weiteren Firmen sind, die ins «Square One» einziehen werden, ist noch nicht spruchreif. Entsprechende Gespräche sind laut Mediensprecher Serkan Isik am Laufen. «Interessenten sind unter anderen auch bisherige Mieter im D4, die ihre Geschäftsräume vergrössern wollen», ergänzt er.

Dass die Bauarbeiten trotz dieser Unklarheit bald beginnen sollen, erstaunt ein wenig. So kündigte die Suva einst an, erst zu bauen, wenn 50 Prozent der Flächen vermietet sind (Ausgabe vom 6. Februar 2016). Serkan Isik sagt dazu: «Zwischenzeitlich haben wir das Projekt angepasst und in den oberen Stockwerken Wohnungen integriert. Wir gehen von einer guten Nachfrage aus, insbesondere bei der Vermietung dieser Wohnungen.»

Hauptsitz bleibt in der Stadt Luzern

Was aber bedeutet die Neuigkeit für den CSS-Hauptsitz in Luzern? Werden nun einige Bereiche nach Root verlagert? Mediensprecherin Christina Wettstein verneint dies und stellt sogleich klar: «Der Hauptsitz ist und bleibt in Luzern.» Mit rund 16000 Quadratmetern sei dieser ohnehin um einiges grösser als der geplante Standort in Root. Vorgesehen ist aber, dass bestehende Arbeitsplätze aus verschiedenen Regionen der Schweiz im D4 gebündelt werden, konkret handelt es sich um 250 Stellen aus Einsiedeln, Kriens, Luzern (ausserhalb des Hauptsitzes), Lyss, Olten, Schlieren und Solothurn. «Zurzeit sind Teams mit gleichen Aufgaben an verschiedenen Standorten angesiedelt», erklärt Wettstein. «Eine Analyse kam zum Schluss, dass diese Zersplitterung für effizientes Arbeiten nicht optimal ist. Aus diesem Grund lösen wir einzelne Standorte auf und vereinen die jeweiligen Teams aus der Deutschschweiz an einem Ort.» Der Umzug nach Root ist auf das Jahr 2020 geplant. Davon betroffene Bereiche sind unter anderem das Inkasso, diverse Teams im Kundenservice-Center und die Abteilung für Prämienverbilligungen.

Während man von Kriens aus problemlos nach Root pendeln kann, stellt sich die Frage, ob Angestellte aus Einsiedeln oder Solothurn den längeren Weg ebenfalls auf sich nehmen werden. Wettstein: «Es ist uns ein Anliegen, alle Mitarbeitenden für einen Umzug nach Root zu gewinnen. Hinter der Massnahme versteckt sich kein Personalabbau.»

In der Zentralschweiz beschäftigt die CSS aktuell rund 1630 Personen, rund 2820 sind es in der ganzen Schweiz. Weil die CSS weiter wachsen will, ist ausserdem ein Erweiterungsbau neben dem Hauptsitz an der ­Tribschenstrasse geplant. Dort sollen ein Personalrestaurant, Konferenz- und Schulungsräume sowie um die 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Derzeit sind diese Pläne allerdings blockiert: Notwendig wäre dafür der Abriss des dortigen Gewerbegebäudes. Dagegen wehrt sich aber der Innerschweizer Heimatschutz, er hat angekündigt, alle rechtlichen Mittel zu nutzen, um den Abriss zu verhindern (Ausgabe vom 29. September). Die CSS hält dennoch an den Plänen für einen Erweiterungsbau fest, wie Wettstein sagt. Die neuen Büros in Root stellten dafür keinen Ersatz dar.

Weitere Ausbauschritte in Root geplant

Auch im D4 in Root dürfte mit dem «Square One» nicht der letzte Ausbauschritt erfolgt sein. Die Suva besitzt dort weitere Parzellen, die überbaut werden sollen. Sprecher Serkan Isik: «Das D4 soll sich über die nächsten Jahre kontinuierlich weiterentwickeln und damit die Position als innovativer Campus, der Arbeiten, Wohnen und Freizeit zusammenrücken lässt, stärken.»


Leserkommentare

Anzeige: