Taifun bringt grosse Zerstörung

CHINA ⋅ Mit Böenspitzen von über 200 Stundenkilometern ist der Taifun «Meranti» gestern über die südchinesische Küste gefegt. Die Behörden riefen die höchste Alarmstufe aus.
16. September 2016, 00:00

sda. Der stärkste Taifun seit mehr als sechs Jahrzehnten hat die südchinesische Küstenprovinz Fujian heimgesucht. Mit heftigem Regen und Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern wütete Wirbelsturm «Meranti» gestern an der südchinesischen Küste. Entwurzelte Bäume und Überschwemmungen blockierten Strassen. Häuser wurden beschädigt, Dächer abgedeckt. Die Strom- und Wasserversorgung war zeitweise unterbrochen. Ausser Fujian waren auch die Küstenprovinzen Guang­dong und Zhejiang schwer betroffen.

Weltweit war «Meranti» der bislang stärkste Wirbelsturm des Jahres, wie Meteorologen mitteilten. Es gab Tote und Verletzte. Chinas staatlich gelenkte Medien berichteten zunächst nur zurückhaltend über Opferzahlen. So sprachen sie etwa nur von einem Toten und einem Vermissten in Ningde. Beim Wirbelsturm «Nepartak» im Juli, der nicht einmal so stark wie «Meranti» war, wurde erst Tage später bekannt, dass 105 Menschen ums Leben gekommen waren oder vermisst wurden.

Leben kommt zum Stillstand

In Südchina kam das öffentliche Leben praktisch zum Stillstand. «Meranti» beschädigte in der Zwei-Millionen-Metropole Xiamen das Stromnetz, wie Xinhua berichtete. In den Strassen lagen umgeworfene Werbewände, zersplittertes Glas und Backsteine. Viele Autos waren schwer beschädigt. Die Behörden riefen die höchste Alarmstufe Rot aus.

Der Sturm richtete grössere Schäden besonders in Stadtvierteln an, in denen meist ärmere Menschen wohnen und die Häuser weniger gut gebaut sind, wie Augenzeugen sagten. Viele Wellblechdächer wurden einfach weggeweht.

Bis zu 12 Meter hohe Wellen

In Küstenstädten wie Xiamen, Fu­zhou, Zhangzhou, Quanzhou und Putian waren Schulen und Kindergärten schon seit Mittwoch geschlossen, wie Xinhua meldete. Die Behörden forderten die Menschen auf, nicht vor die Tür zu gehen. Schiffe wurden in die Häfen zurückgerufen, weil Wellen bis zu zwölf Metern Höhe beobachtet worden waren.

Mindestens 175 Flüge wurden in der Provinz Fujian gestrichen. In der Südprovinz Guangdong wurden Zugverbindungen gestoppt. Mehr als 4000 Arbeiter wurden losgeschickt, um Schienentrassen zu untersuchen. Der Sturm schlug ausgerechnet am chinesischen Mondfest zu, das Mittherbstfest genannt wird und ein wichtiger Familienfeiertag ist. An den drei Feiertagen sind viele Millionen Chinesen auf Reisen.

Auf seinem Weg nach Südchina hatte der Taifun zuvor auch die demokratische Inselrepublik Taiwan heimgesucht. Es gab dort einen Toten und 50 Verletzte..


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