Kommentar

Baldiges Ende ist nötig

25. November 2016, 00:00

Der Kosovo und die Schweiz sind eng verbunden. Nach den Balkankriegen suchten rund 50000 Kosovaren Zuflucht in der Schweiz. Darum war es angebracht, dass die Schweiz ab 1999 Soldaten zu einer Friedensmission im Auftrag der UNO auf den Balkan schickte.

Inzwischen hat sich die Lage im Kosovo geändert. Der Alltag ist friedlich, die Kleinkriminalität ist eingedämmt, die Sicherheitsbehörden sind zwar noch nicht fertig aufgebaut, funktionieren aber. Dennoch wollen sowohl Kosovos Politik als auch die Leitung der internationalen Mission den Einsatz verlängern.

Der Verdacht drängt sich auf, hier gehe es nicht mehr um die Sicherheit der Kosovaren, sondern um andere Interessen. Der Schweizer Armee etwa dient der Einsatz als willkommene Gelegenheit, unter internationaler Kommandostruktur üben zu können.

Ein klares Enddatum für diese Übung ist nötig, auch als Zeichen an Kosovos Behörden, dass sie für ihr Land die ganze Verantwortung übernehmen müssen. Als natürliches Ausstiegsdatum bietet sich 2018 an. Dann wird das internationale Camp, in dem die Schweizer Soldaten ihre Basis haben, geschlossen, und sie müssten sich eine neue Bleibe suchen.

Fabian Fellmann

fabian.fellmann@luzernerzeitung.ch


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