Dämpfer für Rechtspopulisten

NIEDERLANDE ⋅ Die Holländer haben gewählt: Und sie erteilen dem Rechtspopulisten Wilders eine Absage. Im Ausland sehen das viele als guten Auftakt für das Superwahljahr in Europa.

16. März 2017, 00:00

Europa atmet auf: Der befürch­tete Sieg des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders bei den Parlamentswahlen blieb aus. Die rechtsliberale VVD von Premier Mark Rutte (Bild) ist der klare Wahlsieger, auch wenn sie nach einer Prognose gestern Abend wohl zehn Mandate einbüsste. Rutte hat wohl von seinem entschiedenen Auftreten in der heftigen Krise mit der Türkei der vergangenen Tage profitiert. Monatelang hatte der Herausforderer Wilders mit seinen rechten Parolen gegen Islam, Migranten und die EU die Umfragen angeführt. In den letzten Wochen zeichnete sich bereits ein Verlust an Zustimmung ab. Doch gestern Abend lag seine PVV nach den ersten Prognosen bei knapp 13 Prozent – eine Niederlage für Wilders. Verloren hat einer «der hauptverantwortlichen Hetzer gegen die europäische Zusammenarbeit», wie der deutsche SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gesagt hatte.

Gesiegt hat sicherlich die Demokratie: Die aussergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung von mehr als 80 Prozent machte deutlich, dass die Niederländer wussten, was auf dem Spiel stand. Nach dem Brexit wussten auch sie, dass jede Stimme zählt. (sda) 7


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