Einfache Jobs werden immer rarer

STUDIE ⋅ Die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt steigen stetig. Ungelernte haben zunehmend Mühe, einen Job zu finden.

23. November 2016, 00:00

Für Unqualifizierte wird es immer schwieriger, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten. Eine bisher unveröffentlichte Studie des Arbeitsmarktökonomen George Sheldon zeigt für die Schweiz eindrücklich, in welchem Ausmass die anspruchs­losen Jobs verschwunden sind.

In Branchen wie der Industrie oder im Bau, wo einst viele Unqualifizierte eine Anstellung fanden, sind die Anforderungen deutlich gestiegen. Dazu kommt, dass gerade jene Berufsfelder unter Druck stehen, in denen einst viele schlecht qualifizierte Arbeitnehmer arbeiteten. Die Folge ist eine deutlich höhere Arbeitslosigkeit bei Ungelernten. Sheldon geht nicht davon aus, dass diese Jobs je wieder in die Schweiz zurückkehren. «Die Digitalisierung und die internationale Arbeitsteilung werden nicht stoppen», sagt er. Vielmehr äussert er seine Sorge, dass sich das Problem verschlimmern könnte, weil mit den Asylsuchenden weitere Personen auf den Arbeitsmarkt kommen, die auf dieselben Jobs zielen.

Eine verminderte Nachfrage nach ungelernten Arbeitskräften trifft damit auf ein höheres An­gebot. Für Sheldon gibt es langfristig nur ein Gegenmittel gegen Arbeitslosigkeit: eine gute Grundausbildung. Gerade bei Ausländern sieht er Handlungsbedarf. Der Wert einer soliden Berufsausbildung werde oft ungenügend anerkannt. (rob) 3


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