Verjährung gibt zu reden

13. April 2017, 00:00

FallJegge Nach den Miss­brauchsenthül­lungen um den ­Pädagogen Jürg Jegge schien zunächst klar: Seine Sexualdelikte mit Kindern in den Siebziger- und Achtzigerjahren sind verjährt. Und trotzdem leitete die Zürcher Justiz ein Vorverfahren ein, um in dem Fall zu ermitteln. Die Frage ist: Wie weit können die Ermittler zurückgehen? Ab welchem Zeitpunkt wäre eine mögliche weitere Tat Jegges heute noch rechtlich relevant?

Diese Frage ist laut Strafrechtsprofessor Marcel Niggli nicht einfach zu beantworten. Er rechnet das Jahr 1987 als plausible Grenze aus. Die Unverjährbarkeit für sexuelle Handlungen mit Kindern vor der Pubertät, die das Stimmvolk 2008 per Initiative in die Verfassung hob, zieht im Fall Jegge nicht. Denn im entsprechenden Gesetz wurde die Vorpubertät auf die Zeit vor dem 12. Altersjahr definiert. Ewig verfolgbar bleiben also nur Taten an unter 12-Jährigen. Jegge wird bisher aber erst der Missbrauch von über 12-Jährigen vorgeworfen. (lb) 5


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