Vom «Mister Nobody» zum Präsidentschaftskandidaten

FRANKREICH ⋅ François Fillon besiegt die Konkurrenz mit grossem Vorsprung und sichert sich die Kandidatur.

28. November 2016, 00:00

Es ist die Stunde des grossen Triumphs für François Fillon: Der frühere französische Premierminister, einst als «Mister Nobody» belächelt, hat sich mit einem haushohen Sieg über seinen Rivalen Alain Juppé die Präsidentschaftskandidatur der Konservativen gesichert.

Noch vor wenigen Wochen galt der 62-jährige Abgeordnete als so gut wie chancenlos bei der Vorwahl seiner Partei Die Republikaner – jetzt hat er beste Aussichten, 2017 als neuer Staatschef in den Elysée-Palast einzuziehen. Mit einem sehr wirtschaftsliberalen und strikt wertkonservativen Kurs hat Fillon die Wähler des bürgerlich-konservativen Lagers für sich gewonnen: Die 35-Stunden-Woche will der einstige Premier von Staatschef Nicolas Sarkozy abschaffen, Steuern und Abgaben für Unternehmen senken, 100 Milliarden Euro einsparen und 500000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen.

«Brutal» und «ultraliberal» nannte das sein Kontrahent Juppé, Kritiker verglichen Fillon mit der «Eisernen Lady» Margaret Thatcher in Grossbritannien – Fillon liess sich nicht beeindrucken: «Mein Projekt ist radikaler und vielleicht auch schwieriger», sagte er in einer TV-Debatte. «Wenn man will, dass das Land wieder auf die Beine kommt, müssen sich alle anstrengen.» (sda) 6


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