Atomstreit spitzt sich zu

KOREA-KRISE ⋅ US-Präsident Trump und Diktator Kim Jong Un provozieren sich gegenseitig weiter. Nun droht Nordkorea mit einem Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam.
10. August 2017, 00:00

Im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea wächst nach einem verbalen Schlagabtausch beider Staatschefs die Furcht vor einer militärischen Eskalation. Die Führung in Pjöngjang drohte gestern mit einem Raketen­angriff auf die US-Pazifikinsel Guam als Präventivschlag, wenn es Anzeichen für eine Provokation seitens der Vereinigten Staaten gebe.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den Tonfall verschärft: Für Nordkorea wäre es besser, den USA nicht weiter ­zu drohen, erklärte Trump vor ­Journalisten in Bedminster im US-Bundesstaat New Jersey am Dienstag. Andernfalls würden die USA mit Feuer und Zorn reagieren, wie es die Welt noch nicht erlebt habe. Darauf reagierte Nordkorea harsch. Das Land ziehe ernsthaft einen Angriff auf Guam in Erwägung, hiess es in Erklärungen der Armee, die gestern von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurden. Ein solcher Plan könne jederzeit umgesetzt werden, sobald Machthaber Kim dies befehle.

Die USA nutzen Guam, das 3500 Kilometer von Nordkorea entfernt liegt, als militärischen Vorposten. Neben B-52-Langstreckenbombern hat die Armee dort einen U-Boot-Verband und Tausende Soldaten stationiert. (red)

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