Bundesrat will besseren Tierschutz

TIERQUÄLEREI ⋅ Dem Bund fehlt die Übersicht über Grundkontrollen beim Tierschutz. Der Bundesrat gelobt Besserung.
10. November 2017, 00:00

Der Tierquäler-Fall in Hefenhofen im Kanton Thurgau hat die Grünen auf den Plan gerufen. Sie erwarten vom Bundesrat, dass er beim Tierschutz genauer hinschaut. Dieser sieht in erster ­Linie die Kantone in der Ver­antwortung. Es gibt aber Pläne, die Kontrollen zu verbessern.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) will Inhalt und Tiefe der Grundkontrollen im Tierschutz unter die Lupe nehmen. Das schreibt er in der gestern veröffentlichten Antwort auf eine Interpellation der Grünen.

Konzentration auf Risikobetriebe

Die Zuständigkeit für die Kontrollen liegt allerdings bei den Kantonen. Die Bundesbehörden wollen aber aktiv werden, wenn die ­Kantone die Vorschriften unterschiedlich handhaben, wie das BLV auf Anfrage mitteilte. Fehlt einem Kanton die Expertise, sollen vom Bund Fachinformationen zur Verfügung gestellt werden.

Der Bundesrat will zudem die Qualität der Tierwohlkontrollen verbessern. In Zukunft sollen die Kontrollen vermehrt auf Risikobetriebe konzentriert werden, wie das BLV schreibt. Derzeit werden die Grundlagen erarbeitet, um solche Betriebe identifizieren zu können.

Viel Nachholbedarf bei Kontrollen

Die Anzahl der Grundkontrollen will der Bundesrat aber nicht erhöhen. Die grosse Mehrheit der Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben ergebe keine Verstösse, schreibt er.

Aus der Antwort geht jedoch auch hervor, dass keineswegs alles zum Besten steht. Nur elf Kantone haben mindestens zehn Prozent der Tierschutzkontrollen unangemeldet durchgeführt, wie es das Gesetz verlangen würde. (sda)

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