Donald Trump spricht von einer «Hexenjagd»

USA ⋅ In der Affäre um Kontakte zwischen früheren Beratern des Präsidenten zu russischen Regierungsangestellten wird ein Sonderermittler eingesetzt. Trump reagiert ungehalten.
19. Mai 2017, 00:00

Renzo Ruf, Washington

US-Präsident Donald Trump hat gestern die Einsetzung eines Sonderermittlers in der Russland-Affäre als die «grösste Hexenjagd» in der amerikanischen Geschichte bezeichnet – einen Tag, nachdem das Justizministerium den ehemaligen FBI-Direktor Robert Mueller mit ausserordentlichen Vollmachten ausgestattet hatte, um allfällige Verbindungen zwischen Wahlkampfberatern von Trump und russischen Regierungsangestellten aufzuspüren.

Während einer Pressekonferenz im Weissen Haus, die der US-Präsident gemeinsam mit dem auf Staatsbesuch in Washington weilenden kolumbianischen Präsidenten Carlos Santos gab, kritisierte Trump diese Entscheidung. Amerika leide darutner, weil die Debatte über die russischen Einmischungsversuche in den Wahlkampf 2016 die Spaltung des Landes vertiefen würden, sagte Trump. «Es gab keine Kollusion», keine geheimen Absprachen zwischen Amerikanern und Russen, so Trump.

Mueller, der bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2013 zwölf Jahre lang an der Spitze der Bundespolizei gestanden war, gilt unter Demokraten und Republikanern als integre, beharrliche Persönlichkeit. «Ein grossartiger erster Schritt» nannte der Anführer der demokratischen Opposition im Senat, Charles Schumer, die Personalie. Ehemalige Untergebene erinnern sich daran, dass Mueller detailversessen sei und sich von politischem Druck nicht habe beirren lassen.

Er ist zudem mit James Comey befreundet, seinem Nachfolger im Amt des FBI-Direktors – der in der verworrenen Geschichte um die Ermittlungen in die russischen Einmischungsversuche eine zentrale Rolle spielte, bevor er in der vergangenen Woche von Trump entlassen worden war. Kommentar 6. Spalte 6


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