Fall Malters wird weiter gezogen

LUZERN ⋅ Die Polizeispitze muss wieder vor Gericht. Der Freispruch vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung wird überprüft.
10. Oktober 2017, 00:00

Der Polizeieinsatz vom 8. und 9. März 2016 ist aus strafrecht­licher Sicht noch nicht abgeschlossen: Oskar Gysler, Anwalt des Sohnes der Frau, die damals Suizid begangen hatte, zieht das Urteil des Bezirksgerichts Kriens vom Juni ans Kantonsgericht weiter. Der beschuldigten Polizeispitze, Kommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann, sei «bekannt gewesen, dass der Einsatz mit erheblichen Risiken für das Leben der Verstorbenen verbunden war», teilte der Anwalt gestern mit – und sagt: «Der Polizeieinsatz war nicht verhältnismässig.»

Auf eine Berufung verzichtet hat am Freitag der ausserordentli­che Staatsanwalt Christoph Rüedi (Ausgabe vom Samstag). Somit sind Achermann und Bussmann vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung und des Amtsmissbrauchs noch nicht endgültig entlastet. Heikle Einsätze leisten dürfen die beiden trotzdem schon seit Ende Juni dieses Jahres wieder. Dies entschied Justiz- und Sicher­heits­direktor Paul Winiker nach dem Urteil des Bezirksgerichts – und er hält daran fest, wie er gestern auf Anfrage sagte.

Der Weiterzug des Urteils an die nächsthöhere Instanz sei zu erwarten gewesen, so Winiker. Eine zunehmende Verunsicherung im Polizeikorps befürchtet der SVP-Regierungsrat nicht. Dazu käme es seiner Ansicht nach nur dann, wenn die Beschuldigten gegen eine Verurteilung rekurrieren müssten. (nus) 21

Anwalt des Privatklägers


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